RhB Anlage: Von Trun über Disentis nach Sedrun

  • Hallo zusammen

    Lange habe ich gezögert meine Pläne für eine RhB Anlage hier zu zeigen, geschweige denn einen Baubericht zu erstellen.

    Da aber die Planung der Anlage bereits dem Bau Platz gemacht hat möchte ich hier denn och beginnen.

    Es wäre schade wenn die Beiträge zerstückelt in verschiedenen Thread platziert wären.


    Warum geht es eigentlich?

    Lange habe ich mir überlegt und geplant, was für ein Thema ich bauen möchte.

    Bernina, Albula, Scuol nach St Moritz, Arosa, Landquart nach Davos oder Chur - Disentis?

    Oder etwas What if? Splügenbahn, San Bernardino Bahn, Bahn über den Kistenpass (wo ist den das schon wieder)


    Nun habe ich einen Entscheid gefällt, der mir einiges an Spielraum bietet.

    Trun - Disentis - Sedrun

    Übergabebahnhof Disentis RhB an die FO oder Heute besser MGB.


    Vorneweg einige Auflagen die ich mir selber gegeben habe:

    1. Es wird eine Rundumanlage in Modulbauweise

    2. Abweichungen vom Original sind beabsichtigt

    3. Zwei Anlagenteile werden demontierbar gebaut (Türe und Fenster)

    4. Die Anlage wird digital mit Z21

    5. Es soll Spass machen und keinen Zeitdruck geben

    6. Bauen kommt vor Spielen


    Warum gerade diese drei Bahnhöfe?

    Trun

    Nun dieser Bahnhof ist für mich vor allem wegen des Güterverkehrs interessant.

    Holzverlad zum Einen aber auch Treibstofftransporte der Armee. Im Bahnhof war früher ein Armeetanklager mit Anschlussgeleise


    Disentis

    Da muss ich nicht weit ausholen und wer schon mal vor Ort war kann meine Wahl sicher verstehen.

    Rangieren bis zum Umfallen, Güterumschlag, Grosses Gleisbild, viele Weichen und Abstellmöglichkeiten

    Zwei Bahngesellschaften


    Sedrun

    Autoverlad über den Oberalppass

    Zahnstangenabschnitt zwischen Disentis und Sedrun

    ein Wunderschönes kombiniertes Bahnhofsgebäude auf dessen Bau ich mich sehr freue.


    Wie soll es denn aussehen?

    Als erstes mal der ganze Raum den ich zur Verfügung habe. 4.66m mal 3.30m


    Der Schattenbahnhof 1 mit 10 Abstellgleisen und einem Umfahrungsgleis. ca 60cm über Boden


    Dann fahre ich an der Wand entlang auf die rechte Anlagenseite

    Hier werde ich nur ein 10cm breites Trassee einbauen, denn an dieser Wand soll ein Tisch für Bauarbeiten hinkommen.

    Wir fahren also hinter dem Tisch durch und gewinnen so an Höhe. Das Viereck in der rechten Ecke ist ein Kamin, den ich leider umfahren muss.


    Den rechten Anlagenschenkel muss ich demontierbar gestallten, denn hier ist ein Fenster, bei dem Ich die Fensterläden im Sommer schliessen.

    Hier geht es über den Rhein in Richtung Trun (93.5cm ü Null). Angedacht ist die Rheinbrücke nach Tavanasa.

    Nach Trun geht es auf dem linken Anlagenschenkel weiter, wieder an der Türe vorbei, hinter dem Tisch durch in Richtung Disentis


    Diesentis (130cm ü Null) als Betriebsmittelpunkt

    Eine Konzessionen bin ich hier eingegangen:

    1. Einfahrt mit Links Bogenweichen (entgegen dem Vorbild)

    2. Neues Gleisbild (nach 2000)

    3. Alter Güterschuppen (vor 1966)

    4. Kein grosses Perrondach (ich will die Fahrzeuge sehen)


    Sedrun (170cm ü Null) voraussichtlich über dem Basteltisch liegend als Endpunkt der Linie.


    Von hier aus geht es in einen Schattenbahnhof über Disentis. Dieser wird etwa 180cm ü Null zu liegen kommen.

    Ist aber noch nicht ausgeplant.

  • Hoi René


    Ich finde es ein interessantes Konzept mit der Rundumbahn ohne jedliche Gleiswendel (zumindest für die Steigungsstrecke).

    Die reine Strecke pro Ebene ist ca. 14-15m, heisst also knapp 3% Steigung durchgehend. Hier sehe ich einzig den Knackpunkt, ob Du bei den Bahnhöfen auch diese Steigung behältst? Falls nicht, würde sich die Streckensteigung doch noch einiges erhöhen.


    Da brauchst Du dann für die Zuschauer gute Drehstühle, damit ihnen beim Züge verfolgen nicht schwindlig wird und sie diese Tätigkeit sitzend machen können :)


    Auf jeden Fall spannendes Projekt!


    Beste Grüsse


    Tom

  • Hallo Tom

    Die Bahnhöfe verlaufen natürlich in der Ebene. Einfahr- und Ausfahrweichen können sicherlich in der Steigung platziert werden und sind auch so geplant.

    Nicht zu vergessen ist aber auch, dass von Disentis nach Sedrun eine Steilstrecke mit Zahnstange geplant ist.


    Da ich nur wenig Erfahrung mit Bemo habe stellt sich jetzt nach Deinem Einwand die Frage? Gibt es da Probleme mit der Steigung? Heissläufer an Lokomotiven usw? So was ich gesehen habe sollten Steigungen bis 5% nicht so ein Problem darstellen. Oder irre ich mich da?

  • Hallo René


    Eine tolle, durchdachte Vorbildauswahl und ein sehr interessanter Gleisplan! Gerade Deine Kompromisse bei der Station Disentis finde ich auch absolut nachvollziehbar (alter Güterschuppen, keine Überdachung etc.). Da wäre es doch schon fast eine Überlegung wert, ob man Disentis nicht in der Version vor dem Umbau realisiert...?!


    Weiterhin viel Spaß und Erfolg bei der weiteren Planung!


    Viele Grüsse

    Heiko

  • Tom

    Danke für den Hinweis.

    Auch ich habe einen Allegra. Da bin ich ja mal gespannt wie der laufen wird.


    Heiko

    Die erste Planung war auch mit dem alten Gleisplan und der Drehscheibe.

    Die Hosenträgerverbindungen sind auch interessant.

    Aber ich habe mich dann für den Gleisplan nach dem Umbau entschieden.

    Er ist eleganter und auch flüssiger. Besser für lange Züge ohne Weichen zu blockieren.

    Auch die Drehscheibe verzichte ich gerne. Die von FS ist nur noch schwer und überteuert zu kriegen und diejenige von Peco......

    nun ja ich habe eine gekauft und muss sagen....schade ums Geld.

  • Hallo René,


    Vielen Dank für das zeigen deiner Planungen, die sind immer Interessant und wie so oft kommen da nach und nach weitere Ideen auf!

    So eine Rundum-Anlage ist von Konzept her natürlich Ideal, wobei den Einstieg im Raum immer den Knackpunkt ist. Daneben hätte man auch am liebsten so wenig Fenster wie möglich denn diesen sollen geöffnet, geputzt oder eben geschlossen werden können.


    Wegen den Zugkraft sollst du dir im Allgemeinen keine grosse Gedanken machen, eigentlich nur der Ge 6/6 II macht da ein weniger gute Figur.

    Es gibt verschiedenen Tests mit Allegra und 14 Personenwagen auf 3,0% im Wendel ohne Probleme.


    Doch habe ich, wenn es erlaubt ist, und natürlich nur gut gemeint, doch einige Bemerkungen zu deiner Planung, die vielleicht nochmal zu überdenken wären:


    Wenn ich deine Auseinandersetzungen so verfolge komme ich an der "Nord"Seite auf 4 Ebenen: Abstell- ,Trun-,Disentis- und nochmal Abstellebene?

    Das ergibt dann für Trun etwa 38cm und Disentis 50cm höhe, davon muss noch der Modulhöhe abgezogen werden, sagen wir etwa 8cm?

    Dann hast du eben nur 30cm resp. 42 cm höhe für die beide Bahnhöfe, das erscheint mir etwas wenig.


    Auch kreuzen 3 Strecken in verschiedenen Höhen den Eingangsbereich, da musst du eine Lösung finden die Praktikabel und Einfach Ausnehmbar wäre.

    Dasselbe gilt für den Fensterbereich wo dann die Strecke sogar 4 mal kreuzt.


    Wie gesagt, ist nur Positiv gemeint, um irgendwann mal Enttäuschungen vorzubeugen,


    Grüsse, Michiel

    Filisur 2.0 - St.Moritz und weiter nach Alp Grüm / H0m-Doppelstock-Segmentanlage /Selbstbauweichen/ Peco-Gleis / DCC /Xpressnet

  • Hallo René!
    Auch von mir eine Gratulation zur gelungen Anlagenidee! Deine Ideen der Verbindung von Vorbild und Eigenem gefallen mir gut.
    Bezüglich der Steigungen würde ich an Deiner Stelle mal ein paar Holzbretter auslegen und auf die unterschiedlichen Steigungen aufbocken. Dann kannst Du all Deine Fahrzeuge testen und so selbst eine zuverlässige Maximalsteigung ermitteln.
    Die Gedanken von Michiel zu den Abständen bzw. Höhen zwischen den unterschiedlichen Ebenen würde ich auch anmerken wollen. Selbst eine Höhe von 40cm zwischen den Modulrahmen ist bei einer Tiefe von 50cm oder mehr zu wenig. Alle Details die man in mühevoller Kleinstarbeit anfertigt kommen so leider wenig zur Geltung. Hier würde ich wahlweise die Modultiefen überdenken oder prüfen, ob Du mit einer stärkeren Steigung mehr Höhe generieren kannst.
    Auf jeden Fall ein spannendes Projekt! Da bleib ich gerne bei :)

    Beste Grüße aus Hamburg,
    Chris

  • Hallo René


    Deinen Plan habe ich mit Genuss studiert. Durch die Rundumbahn verlierst du keinen unnötigen Platz durch Wendel, hast somit zum Betrachten der Anlage genügend Platz und Distanz, die Züge zu beobachten. Auch kannst du einigen Besuch einladen. Bei mir wird es ab drei Personen sehr eng..


    Disentis, eine super Wahl! Wie du schreibst, zwei Bahngesellschaften und dann noch eine Zahnradstrecke. Cool!


    Ich bin sehr gespannt auf deine Lösung für den oberen Schattenbahnhof. Gibt es das wie unten eine Kehre oder eine Fiddle-Yard?


    Lieber Gruss


    Andreas

  • @Michiel

    Ja das Platzproblem besteht natürlich. Diesmal nicht in Breite und Länge, sondern in der Höhe :rolleyes:

    Wir Modellbahner können es machen wir wollen, es hat immer zuwenig Platz.

    Konkret aber zu Deinem Einwand. Der Schattenbahnhof ist auf Niveau +60cm über Boden. Für einen Eingriff braucht es Platz in der Höhe. Ich habe da so eine Idee was ich machen könnte, muss dies aber erst mal austesten. Aber konkretes erst später.


    Bei den Bahnhofsmodulen rechne ich mit mindestens 40 cm Höhe, also muss ich beiden Höhenangaben nochmals über die Bücher.

    Übrigens bin ich froh um jeden Einwand bei meiner Planung. Auch ich kann nicht immer alles bedenken und manchmal wird man Betriebsblind und verfolgt stur eine Richtung. Mittlerweile habe ich den Bahnhof Trun etwas gestreckt und dem Original mehr angenähert. Dadurch ist allerdings die linke Bahnhofsausfahrt mit der Kurve um die Kirche weggefallen. Auch hier bin ich noch nicht am Ende mit der Planung.


    Andreas

    Es soll schon ein Schattenbahnhof mit Abstellmöglichkeiten geben. Nicht in der Grössenordnung wie bei der RhB aber fünf Gleise sollten es schon sein.

    Mit Wendemöglichkeit, natürlich.

  • Hallo Rene

    Denk dran, auch Du wirst älter. Der Rücken lässt beim untendurch kriechen bald einmal grüssen.

    Ein Tip. bei mir sind Durchlässe auch ca. 55 cm ab Boden. Da habe ich mir ein Roll-Liegebrett, so
    wie es die Automechaniker haben, gekauft. Sie sind recht bequem und man kann gut liegend nach oben arbeiten.

    Wir sind ja anscheinend Nachbarn. Ich bin in der March SZ zu hause.


    Gruss

    Bernhard

  • Soooooo


    Ich habe mal mit dem Bau des Bahnhofsgebäude Sedrun begonnen.

    Genauer gesagt mit dem Güterschuppen Teil.


    Dazu verwende ich Echtholz

    Da ich von der MGB die Originalpläne erhalten habe und ich mir diese in den richtigen Massstab kopierte, kann ich mir die Teile gleich aus dem Plan ausmessen.

    Hier mal als Bild die Front des Güterschuppens mit den ausgeschnittenen Fensteröffnungen.

    Die Betonsockel habe ich mit grauem Karton erstellt


    Anschliessend habe ich die 2x2 mm dicken, senkrechten Leisten eingeklebt


    Dann wurden die Zwischenräume mit Brettern 0.8x1.6 mm verfüllt und das Tor eingepasst

    Die Fensterrahmen sind aus 1x1 mm Balsaleisten erstellt


    Hier mal noch ein paar Bilder während dem Bau




    Das wars dann mal fürs Erste von diesem Wochenende.


  • Hallo René


    nach dieser Methode habe ich mein Bahnhofsgebäude von Filisur gebaut. Das ist eine gute Sache. Ich muss dir ein grosses Kompliment machen für die überaus sorgfältige Arbeit. :respekt:

    Bin gespannt auf weitere Baufortschritte und Fotos.


    Herzliche Grüsse und viel Erfolg beim Weiterbau.


    Peter

  • Es geht weiter mit dem Bahnhof Sedrun


    Nachdem der Rohbau erstellt worden ist, habe ich noch den Dachstuhl gefertigt und dann alles Holz dunkelbrauch gebeizt.

    Dazu verwende ich Holzbeize aus dem Baumarkt, welche unbedingt Wasserlöslich und geruchsarm sein soll.



    Auch das Unterdach wurde mit strukturierten Platten erstellt, diesmal mit 2.4mm Holzlatten

  • Nun kam erst mal der Rohbau des Zwischengebäudes an die Reihe

    Geschnitten aus Balsaholz. Aufgepasst.....Balsaholz neigt zum verziehen, wenn es geklebt wird.

    Deshalb ist ein gutes Fixieren der Teile ein Muss


    Hier mal die Strassenseite


    und die Bahnseite

    Die erhöhte Türe führt zum Elektronikraum und ist sozusagen ein Überbleibsel von der Verladerampe, welche entfernt wurde

  • Nun kommt das Hauptgebäude an die Reihe mit der Schalterhalle und der alten Dienstwohnung, welche mittlerweile Büro und Sitzungsräume beherbergt.

    Erst mal mein Vorgehen anhand der Fassade Strassenseitig.


    Als erstes wird der Rohzuschnitt gemacht und sauber verschliffen


    Dann erfolgt das Einzeichnen der Fenster und anschliessend das Ausschneiden mit einer frischen Skalpellklinge.

    Als Holzdicke habe ich 3mm gewählt.


    Danach erfolgen die 45° Schnitte um die Fenster herum.

    Achtung nur Links, Rechts und Oben.

    Unten fällt der Schnitt etwas flacher aus für den Fenstersims


    Das Fenster im Dachstock erhält keine Abschrägungen


  • Hallo Rene, Du bist ja "rasend" schnell - da kann ich nur staunen. Der Schuppen gefällt mir schon mal sehr gut. Wo beziehst Du denn Deine Hölzer?


    Gruss, Stefan