Kupplung

  • Guten Abend,


    um das andere Thema nicht voll zu spammen, hier mal ein neues, zur "Kupplungsproblematik".


    Also rein geometrisch braucht es ja keine Federung:


    balancierkupplung.jpg


    Um die blauen Striche geht es: haben diese immer die gleiche Länge, oder ist diese Länge eben durch die Pufferfederung variabel?


    Wenn die blauen Striche immer die selbe Länge haben, dann ergibt das ja ein starres System in horizontaler Richtung*, ohne jegliche Toleranz zwischen den Puffern und den Kupplungsketten. Was passiert dann z.B. bei einem Neigungswechsel im Gleis, wo wird das ausgeglichen? Die Kupplungsketten sind ja (ohne "Ausweichmöglichkeit") stramm gespannt, wenn die Puffer nicht federn können.


    Fragen über Fragen :)


    Viele Grüße


    Jean-Michel


    * Horizontal meine ich hier: den Zug von der Seite betrachten, die Zeichnung stellt das System natürlich von oben dar.

  • Hallo Jean-Michel


    Ich denke diese Zeichnung kann vieleicht etwas weiter helfen.


    Kupplung.jpg


    Man sieht vorne die Feder in der Pufferhülse und hinten die Feder für die Balancier-Kupplung.

    Auf Wikipedia jabe ich erst vor kurzem etwas dazu gelsene, finde es aber gerade nicht mehr.


    Grüess, Ciril


    Das Bild stammt aus folgendem Dokument: http://dx.doi.org/10.5169/seals-31640

    "Les locomotives électriques des Chemins de fer Rhétiques construits par les Ateliers d'Oerlikon" - Ausschnitt aus der damaligen Bauzeitung, gescannt und zugänglich gemacht durch die ETH Zürich / e-periodica.ch

  • Guten Morgen Jean-Michel


    es gibt auch die Variante vor dem Pufferbalken, wie beim Ta. Da ist die Balancierkupplung auch mit dem Puffer oder dem Balken verbunden. Hier habe ich den Beitrag auf Wikipedia gefunden


    Balancierkupplung - Wikipedia


    Hier wird die Mechanik ganz kurz beschrieben.


    Grüess, Ciril

  • Servus,

    das Balancier ist immer mit dem Puffer verbunden und somit gefedert, da sämtliche Zug und Stoßeinrichtungen gefedert sein müssen, sonst würde man einen langen Zug nicht in Gang gesetzt bekommen ... leicht erklärt, die Fahrzeuge müssen sich "nacheinander" in Bewegung setzen, eher sekundär gehts dann noch um Federung für den Fahrgastkomfort.

    lg

  • Hallo Walter,


    danke für die Antwort. Jetzt gibt es schon 3 Möglichkeiten ;) Was du schreibst macht Sinn. Vielleicht sind ja die Balanciers und Zughaken auch gefedert (etwas stärker als der Puffer und in die andere Richtung) aber eben nicht starr mit dem Puffer verbunden, denn das würde ja gar keinen Sinn machen, siehe meine Zeichnung.


    Viele Grüße

    Jean-Michel

  • Hallo Walter,


    hab noch was gefunden:


    https://www.themt.de/grossbild/20070506-0684


    Wir kommen der Sache näher ...


    Also zusammenfassend:


    - Der Puffer ist immer gefedert.

    - Der Haken/Balancier kann gefedert sein, muss es aber nicht (besseres Anfahrverhalten bei schweren Zügen ...)

    - Der Puffer und der Haken/Balancier sind nicht miteinander verbunden (Im Sinne von: hängen an einer "Stange").



    Gruß

    Jean-Michel

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von jmf () aus folgendem Grund: Präzisierung

  • Hallo Ralf,


    mit nicht mehr ausschwenkbaren Puffern wird auch die Reibung am Puffer größer.

    Ohne zusätzliche Gewichte in den leichen BEMO-Wagen wird das nicht gehen, evtl.

    braucht es sogar Pufferschmierung.


    Auch vorbildgerechte Radien sind dann Pflicht!


    kleinste Weichenradien RhB 60 Meter = 689,65 mm / gerundet 690 mm in H0m

  • Hallo zusammen,


    es ist tatsächlich so, dass Puffer und Balancier zusammen gefedert sind. Beobachtet doch bitte mal einen RhB Zug beim Anhalten, oder besser wenn die Lok oder Traktor schiebt. Die Ketten hängen beim drücken nicht runter. Ausserdem wird nur so fest gekuppelt, dass das Spannschloss nur bis kurz vorm "stramm sitzen" angezogen wird. Beim Anziehen einer Lok kann man - wenn man richtig steht - einen klitzekleinen Spalt zwischen den Puffern sehen. Steht man ein bisschen schräg, sieht es aus schon so aus als ob die Puffer dicht an dicht sind. Vielleicht kann mal einer von Euch Schweizern für uns alle einen Filmclip vom Ankuppeln drehen - ich finde meinen grade nicht ....


    Es ist nicht so wie bei normalspurigen Bahnen ...

  • Hallo Jean-Michel


    Wenn man z.B. im 1. Wagen hinter der Lok aus dem Fenster der Übergangstüre auf die Kuppelstelle schaut, sieht man gut wie sich die Mechanik der Kupplungsstange bewegt, vor allem bei Kurvenfahrten, schiebt sich die Hackenkupplung auf der einen Seite in die Lok "hinein" und gibt auf der anderen Seite der Kupplung mehr weg. Dies ist auch gut an den Abnutzungsstellen und Schmierstellen an den Kupplungsstangen zu sehen, somit bewegen sich diese sehr wohl, nach rechts, links, vorne und nach hinten. Wie es genau mit der Federung aussieht weiss ich leider nicht, hier könnte uns Haribu sicherlich mehr dazu sagen.


    Bezüglich Kuppeln und dem Abstand zwischen dem Puffer, so steht es z.B. in den Fahrdienstvorschriften:

    Kupplungseinrichtungen mit Mittelpufferkupplung R 300.4 Anlage 2

    324 01.07.2016


    2.2.2 Kupplung mit seitlichen Kupplungshaken




    Beim Kuppeln von 2 Fahrzeugen sind beide Kupplungen in die Zughaken

    des anderen Fahrzeuges einzuhängen. Das Fahren mit einseitig gekuppelten

    Fahrzeugen ist verboten. Bei Zügen sind die Schraubenkupplungen so

    anzuziehen, dass die Puffer sich berühren. Sie dürfen aber nicht gespannt

    werden. Es soll auf beiden Seiten gleich viel freies Gewinde verbleiben