Beiträge von Rhätische Bahn

    Hoi zäma


    Für einmal eine eher traurige Geschichte: Lok 703 hat vorgestern ihre allerletzte Fahrt unter die Räder genommen, bevor gestern bei Vögele Recycling in Chur beide Führerstände zugunsten zweier Projekte zur Einrichtung realistischer Loksimulatoren abgetrennt und verfrachtet wurden. Der Rest der Lok ist zurück in den Wertstoffkreislauf gelangt.


    Da aus aktuellem Anlass in Foren, sozialen Medien und in persönlichen Begegnungen wieder Emotionen hochkochen, möchte ich hier noch ein Statement abgeben:

    Immer wieder wird teils harsch kritisiert, dass alte Loks ausgemustert resp. abgebrochen werden. Dass die Loks ein stolzes Alter haben und unterhaltsintensiv werden, wird gerne überhört. Für mich zählt in diesem Falle viel mehr, dass die RhB sich dazu entschlossen hat, eine Lok betriebsfähig zu erhalten und ihr sogar das historische Kleid wieder zu verpassen. Der Einbau von ZSI127, die Anpassungen zurück zu den alten, runden Lampen, die Wiederbeschaffung von Scherenpantos , die Neuverrohrung/ -verkabelung, die Drehgestellrevision und der Rest der stattlichen "To-Do-Liste" wird einen siebenstelligen Betrag sowie unzählige Arbeitsstunden verschlingen. Dass dies auf sich genommen wird zeigt klar, was der RhB ihr Erbe bedeutet. Rufe, man müsste drei, vier oder gar alle Loks erhalten - idealerweise betriebsfähig - sind für mich unverständlich, da diese Forderung jegliches Mass an Ressourcen aller Art sprengt. Denn nach der Revision kommt der Abstellplatz, die Pflege, der Unterhalt und und und...wer selbst an den Historischen arbeitet, kann dies bestätigen.

    Klar, ich bedaure den Abbruch der mir sehr vertrauten Fahrzeuge auch, doch das ist Lauf der Zeit und für mich zählt was aus der Technikgeschichte erhalten und erlebbar bleibt. In diesem Fall also eine gut in Schuss gehaltene, historische Lok. Was will man mehr?

    Diese Zeilen stellen meine Meinung dar, natürlich darf man es anders sehen :)


    Doch nun zu den Fotos:

    In den Wochen davor hat man in Landquart noch ausgebaut was zur Restaurierung und zum Erhalt der dereinst historischen 700er nützlich sein könnte.

    Landquart HW, 08.06.2022


    In der Kolonne steht bereits 704, die man nun demselben Prozedere unterzieht. Auch die Halle, die auf dem Foto zu sehen ist, wird in etwa einem Monat nicht mehr existieren. Sie macht Platz für eine neue, modernere Halle.

    Landquart HW, 08.06.2022


    Letztendlich hatte ich die Ehre, Lok 703 am Montag 13.06.22 nach Chur zu bringen: Das Wetter klarte noch auf, als wir in Zizers Altlöser eine Kreuzung abwarteten:

    Zizers Altlöser, 13.06.2022


    Als Schlusspunkt noch ein stimmiges Szenenbild, das von meiner Begleitung während der Überfuhr nach Chur geschossen wurde.

    Bild: M.Rohrer; 13.06.2022


    Viele Grüsse

    Riccardo

    Um hier die Verwirrung mal ein wenig zu lösen:

    - Es ist der längste Personenzug der Welt. Unabhängig von Anzahl Loks. Gesamtlänge wird mit 25x77m dann 1,925 km sein.

    - Wie im Artikel beschrieben sind immer 4 RTZ von einem Lokführer bedient. Somit sind 7 Lf notwendig.

    - Mit dem 2. Albulatunnel hat das gar nichts zu tun. Dieser wird im 2022 auch nicht fertig.

    Hoi zäma


    Da ich in der letzten Zeit immer mal wieder zum "Holz holen" fuhr, denke ich lohnt sich hier ein Beitrag dazu!

    Die Holzzüge für Furna und Schiers werden jeweils als sogenannte Fak-Züge angeordnet. Sprich wenn es Holz abzuführen gibt, wird der Zug explizit angeordnet, andernfalls verkehrt er einfach nicht.

    Zug 5042F von Jenaz nach Landquart, aufgenommen in Grüsch


    Der häufigste Ablauf beinhaltet das Zuführen von drei leeren Holzwagen nach Furna und dann das Abführen von drei vollen zurück nach Landquart. Dabei fährt stets noch ein vierter Wagen als Schutzwagen mit, da in Furna die Fahrleitung im Verladegleis so kurz ist, dass die Lok nicht bis an die drei beladenen Wagen herankommen würde. Das Manöver in Furna selbst ist durchaus moba-tauglich:

    Nach Ankunft setzt man zurück und fasst die vollen Wagen. Anschliessend zieht man alles Richtung Jenaz und stellt die drei vollen Wagen rückwärts auf das Streckengleis bei der Station Furna. Dann wieder vor und die drei leeren zurück ins Verladegleis. Zu guter letzt fasst man die drei vollen, zieht sie nach Jenaz, umfährt den Zug und verkehrt zurück nach Landquart.

    Mit Ge 4/4 I im Verladegleis Furna. Rechts auf dem Streckengleis stehen die vollen Wagen, die wir dann abführen


    Alternativ gibt es dieses Spiel auch mit Schiers: Dort verkehrt man mit den leeren Wagen nach Fuchsenwinkel, umfährt dort und kehrt nach Schiers zurück. Dann werden die leeren drei Wagen gegen die vollen getauscht - auch mit Schutzwagen, gleiches Problem - und geht dann nach Landquart zurück.

    Mit Ge 4/4 III "Handrad" im Verladegleis Schiers


    Letzte Woche trat dann noch der Spezialfall ein: Nur mit Schutzwagen nach Furna, dort leere Wagen abholen, in Jenaz umfahren und dann in Schiers die leeren Wagen zustellen und die vollen nach Landquart mitnehmen.

    So fährt man eben auch mal mit leeren Wagen talwärts...


    Ihr seht, eine Zugnummer, verschiedenste Optionen. Da wir als "Depotlokführer" auch an der Quelle sind, suchen wir uns die Loks teilweise auch selbst aus - als kleines Dessert quasi :thumbsup:

    Ach ja: Was macht der Lokführer wenn er länger Kreuzungen oder Überholungen wartet? Richtig; er widmet sich der Fachliteratur und lässt die frische Luft rein :K


    Viele Grüsse

    Riccardo

    Hoi zäma


    Nun, da ich wieder im Alltag als Teamleiter RTZ zurück bin, sind die Fahrtage natürlich seltener geworden. Doch wenn es mal auf die Strecke geht, so sind die Aufgaben stets spannend und teilweise auch fordernd.


    So entstand das folgende Bild auf einer Testfahrt, bei der es zu beweisen galt, dass Lok 648 nach einer Reparatur am Stromrichter wieder voll funktionstüchtig ist. Wir waren dabei ein flottes Trüppchen: ein Kollege auf 648, der mit maximaler Zugkraft gezogen hat, ich selbst auf der 642, der voll elektrisch gebremst - also "dagegen gehalten" - hat, plus einige Elektriker und Diagnostiker, welche die ganzen Messapparaturen überwachten. Auf dem Rückweg dann umgekehrtes Spiel: Ich mit Zugkraft, und Lok 648, die ihre elektrische Bremse unter Beweis stellen musste. Im Gegensatz zu "normalen" Zügen ziehen wir auch in den steilen Rampen mit Zugkraft abwärts. Ein sehr ungewohntes Fahren.

    Kommunikation zwischen den beiden Lokführern geschieht hierbei jeweils über Funk.

    Serneus, 09.Februar 2022


    Dann gibt es auch noch "Fülldienste", die wir ab und zu fahren. So das Zugspaar 5043/5042, welches dazu dient, leere Holzwagen von Landquart nach Furna zu bringen und die dort beladenen Wagen abzuführen. Umfahren wird dabei dann jeweils in Jenaz. Der Blick in den Lokdienst am Montagmorgen liess die Woche gut starten: Lok 603 war vorgesehen, und so kam es dann auch. Die 75-jährige Maschine stelle sich fast stolz im Sonnenlicht, als wir im Fuchsenwinkel auf die Kreuzungen und Überholungen warteten.

    Fuchsenwinkel, 21.Februar 2022


    ....und wenn man nicht ständig aufpasst, wird man von der Begleitung aus dem Hinterhalt "erschossen" :K


    Viele Grüsse

    Riccardo

    Hoi zäma


    Am Freitag hatte ich die Ehre, eine Testfahrt mit einem RTZ nach Scuol zu unternehmen. Meine erste "grosse" Fahrt nach bestandener Pürfung.

    Die Fahrt war traumhaft, ihr seht unten eine Aufnahme vom Kreuzungshalt in Guarda.


    Ebenfalls habe ich am Rückweg einige Passagen der Unterengadiner-Linie gefilmt und zusammengeschnitten. Viel Spass beim Betrachten :thumbsup:

    Link zum YouTube-Video


    Viele Grüsse

    Riccardo

    Bun di!


    Silvester sitzt man doch zusammen, erzählt sich Geschichten aus dem Jahr und blickt zurück. Machen wir das doch auch und betrachten ein paar Bilder, die für mich diesen Herbst eine spezielle Bedeutung hatten oder eine Geschichte dahinter steht.


    Fangen wir mit dieser Aufnahme an. Am 12. November hatte ich diesen Güterzug von Chur nach Zernez eingeteilt, um ihn unter Aufsicht zu fahren. Mein "Meister" an diesem Tag war ein langgedienter, erfahrener Lokführer. Es dämmerte mir nach wenigen Minuten, dass er am Folgetag seine letzte Fahrt haben sollte, ich hatte davon gelesen. Somit war dies hier sein letzter Güterzug, den er nach fast 40 Jahren RhB gefahren hätte....ich war also bereit, ihm diese Ehre zu überlassen und selbst als Beifahrer ins Engadin zu verkehren. Doch er überliess mir die Lok und so konnten wir während zwei Stunden herrlich über Gott und die Welt sprechen. In Zernez war mein Teil abgeschlossen, wir stiegen aus, verabschiedeten uns mit langem Händeschütteln. Dann sah ich ihm nach, wie er den Zug noch Richtung Samedan führte bis er aus dem Blickfeld verschwand.
    Tags darauf hatte ich Kurs in Landquart und gegen 13.00 Uhr fielen die vielen Leute auf dem Perron zu Gleis 8 auf. Um 13.10 fuhr er dann ein; sein allerletzter Zug, und auf dem Perron standen gegen 40 Leute um ihn zu empfangen. Andere muss man fast vom Führerstand zerren, doch er sprang geradewegs von der Lok und geniesst jetzt seine Rente in vollen Zügen. Ich werde diese Fahrt vermutlich nie vergessen...


    Eine gute Woche später, am 23. November, war es wieder soweit mit Zug 5329. Von Chur nach Landquart hatten die beiden BoBo 2 mit den Holzwagen nicht gerade viel zu tun, doch gemäss Wagenverzeichnis sollte in Landquart noch viel dazukommen. Genau betrachtet...zu viel. Gemäss Verzeichnis hatten wir Überlast. Noch während der Fahrt von Chur nach Landquart telefonierte mein Meister was das Zeug hielt, worauf dann ein Wagen abgehängt wurde. Auch das gibt es!

    Mit quasi Volllast ging es dann also bergwärts. Der Unterschied ist deutlich spürbar, wenn die Lok an der Lastgrenze läuft und man überlegt sich doppelt im Voraus, wo man bremsen und wo beschleunigen kann/muss/soll. Eine sehr lehrreiche, eindrückliche Fahrt. Hier aufgenommen in Zernez.


    Und da hier die Fotos aus dem Führerstand immer gerne gesehen sind, hier eines von meinem ersten Mal BoBo 3 auf der Strecke. Die Nervosität war gross, denn ungeübt sind speziell diejenigen Ge 4/4 III mit Joystick-Bedienung ziemliche "Böcke". Alles reagiert leicht verzögert, aber doch sehr fein. Wenn man aber die Geduld nicht hat, beispielsweise die ein, zwei Sekunden zu warten bis die Rangierbremse reagiert und darum noch etwas mehr zieht, hält man an als hätte man den Anker ausgeworfen. Doch die Fahrt verlief gut, wir waren pünktlich und haben keine Defekte fabriziert :thumbsup:
    Später habe ich mich dann auch noch unter Willys Aufsicht auf eine BoBo 3 getraut, dann allerdings mit AGZ im Schlepp ;)


    So, das wärs mit Geschichten. Geniesst den Silvester im Kreise der Familie, Freunde oder Bekannten.


    Viele Grüsse

    Riccardo

    Bun di!


    Gestern fand ein wahrlich einmaliges Ereignis statt. Die Stammnetzpendel haben die RhB voraussichtlich für immer verlassen.


    Die noch verbleibenden Be 4/4 514 und 515 mit ihren Kompositionen - alle anderen sind bereits verschrottet - haben die vergangenen Wochen in Landquart ihre letzte Jahreskontrolle durchlaufen. Interessanterweise ist das RhB-Logo bereits übermalt worden, während das Bündnerwappen noch an der Front erstrahlt.


    Am 20.Dezember nun hat die neue Besitzerin die Fahrzeuge übernommen - ab sofort gehören die Fahrzeuge der Matterhorn-Gotthard-Bahn. Diese setzt die Züge im kommenden Sommer im Goms ein, um die Passagierströme zum Bundeslager der Pfadfinder (Bula) zu bewältigen. Dem Vernehmen nach werden die Fahrzeuge dort durch RhB-Lokführer gefahren, die wiederum von MGB-Lokführer pilotiert werden (Stichwort Streckenkenntnis).

    Die Überführung hat im Voraus viele Spekulationen ausgelöst, letztlich war es aber ganz simpel:


    Die MGB hat eine HGe 4/4 (Lok 108) mit einer speziellen Hilfskupplung ausgestattet. Diese ist massiver ausgeführt als die Abschleppkupplung, welche jeder Pendel an Bord hat. In Doppeltraktion gelangten die beiden Pendel in Eigenfahrt von Landquart nach Disentis. Von dort an verkehrte der 514 als erster Richtung Wallis und erhielt dabei Schub von der HGe am Zugschluss. Mit rund 100-110kN Zugkfraft ist der Pendel, der stets von einem RhB-Lokführer bedient wurde, fast aus eigener Kraft auf den Berg gekommen.

    Auf dem Oberalppass umfuhr man den Pendel und die HGe bremste die steile Rampe nach Andermatt hinunter, durch die verbundene Druckluftleitung war der Pendel auch von der HGe aus bremsbar. Nachdem der 515 im Anschluss auf dieselbe Weise nach Andermatt gelangte, vereinte man die beiden Pendel wieder und sie verkehrten in Eigenfahrt nach Reckingen, wo sie nun abgestellt werden bis nächstes Jahr.


    Hier seht ihr die Kupplung der beiden Fahrzeuge. Sieht sehr professionell aus und hat auch anstandslos funktioniert.


    So ist die Komposition oben angekommen. Aufnahme aus der Station Oberalppass.


    Wahrlich ein einmaliges (oder zweimaliges) Ereignis: Die charakteristische Form der Stammnetzpendel vor der Stationstafel der MGB.


    Nach dem Bula werden die Fahrzeuge voraussichtlich durch die MGB verwertet. Ausser stivaraetica braucht per Zufall noch ein Kaffeelokal für das Spielmuseum ;)


    Viele Grüsse

    Riccardo

    Das ist bereits Geschichte: Derzeit sind beide - ein letztes Mal? - in Landquart und erhalten ihre Jahreskontrolle, bei der auch gleich das MGB-Personal die Fahrzeuge ein wenig kennenlernt. Bald geht es ins Wallis...

    Hoi zäma


    Ich möchte euch heute wieder mal auf eine kleine Reise mitnehmen. Weniger Text, mehr Bilder sollen es heute sein. Seit ich in meiner Ausbildung bin, hat die wunderbare Landschaft des Kantons Graubünden die alljährliche und doch immer wieder faszinierende Veränderung durchgemacht. Goldgelb löst in weiten Teilen das Grün ab, stellenweise liegt bereits Schnee. Tagtäglich auf den Gleisen der RhB unterwegs erfährt man diese Veränderung ganz besonders und meiner Meinung nach ist es ein grosses Privileg, dieses Schauspiel so "live" mitzuerleben.


    Hier sehen wir den Führerstand von Lok 632 auf dem Weg nach Küblis. Der Wald ist wohl noch nicht allzu gelb, dennoch steht die Sonne vormittags bereits tiefer. Noch sitze ich links und melde brav die Signale und Geschwindigkeiten.


    Das war am letzten Freitag in Davos. Der Schnee liegt schön, die Kälte ist klirrend, fast schwirrt einem das "Winter Wonderland" im Kopf umher. Das Fahrzeug wird nur mit einer anständigen Jacke verlassen.


    Gleichzeitig gibt es das Bild von gestern bei der Einfahrt in die kleine Station Guarda. Der Blick Richtung Scuol, bietet sich ein faszinierendes Spiel von gelben Wäldern und verschneiten Gipfeln.


    Und heute? Ja da hat sogar Willy in Sagliains gestaunt ;) - hat doch der Lehrling die Seite gewechselt:

    Für die kommenden Wochen ist dies die tägliche Aussicht. Es wird ein Vorteil sein, im Winter fahren zu lernen, denn wer es im Winter beherrscht, der sollte im Sommer keine grosse Mühe mehr haben. Wir werden sehen, ob sich die Erwartung erfüllt.

    Vorerst für euch jedoch den Blick aus der Lok 612 beim Kreuzungshalt im Fuchsenwinkel.


    Die Gegenseite zeigt meinen ersten Güterzug von heute Nachmittag. Die leeren Wagen gingen an die Station Furna zum Holzverlad, zurück nach Landquart haben wir die vollen mitgenommen.


    Viele Grüsse

    Riccardo

    Hoi zäma

    Da ich derzeit die "Fahrschule" absolviere, kann ich auch aus dieser Ecke etwas berichten und natürlich einige Schnappschüsse besteuern.

    Nebst den Theorietagen haben wir derzeit auch die Tage mit "Melden Rangier" und "Melden Strecke"- Hierbei sind wir auf dem Führerstand unterwegs und müssen alle Geschwindigkeiten, Spezialitäten des Bahnhofs/der Strecke und die Signalbilder korrekt interpretieren und dem Lokführer melden - so wird sichergestellt, dass wir uns auf den Bahnhöfen auskennen und die Signale richtig interpretieren. Dies geht im Rangierdienst ebenso wie auf der Strecke. So fahre ich nun beispielsweise nach Davos mit und kommentiere bei der Station Seewis-Pardisla "Ab hier Strecke, 80 (km/h)" und etwas später "Einfahrt Grüsch, offen, 55 ab erster Weiche, anhalten". Im Rangier führen wir LfA (Lokführer-Anwärter) auch den ganzen Funkverkehr.

    Sobald die Melden-Phase durch ist, kommen wir ins RuA: Rangier unter Aufsicht, wobei wir dann selber fahren und die Praxis aneignen. Dito dann auf der Strecke.


    Nun aber zu den Bildern:

    Hier sehen wir den Blick aus der Gm 4/4 241. Wir befinden uns im Kieswerk von Untervaz und assistieren beim Verlad der Kieswagen. Am Förderband steht ein RhB-Mitarbeiter und belädt die Wagen mit grobem Kies. Ebenfalls kann es sein, dass mit dem Radlader Sand oder Schotter eingeladen wird. Stets lautet dann der Befehl "Vor mit zwo (Distanzangabe)" und wir rücken vor bis das Haltsignal kommt. Der nächste Wagen wird beladen. Die hier gezeigten Ladungen sind alle für die Grossbaustelle in Arosa bestimmt.


    Hier ist es bereits etwas später. Kurz vor 21 Uhr werden in Chur GB jeweils die Wagen für Kuoni in Felsberg bereitgestellt. Um etwa halb Zehn Uhr führen wir die Wagen dann als Zugfahrt nach Felsberg, umfahren und stellen diese in die Verladehalle zu. Nach der Rückkehr kurz vor 22 Uhr ist Dienst 1076 dann zu Ende und wir gehen heim. Das Bild zeigt den Blick aus der Geaf 2/2 beim Anfahren an die Wagen.


    Natürlich gibt es auch die Gegenrichtung. Der Führerstand der Geaf im Schein der kleinen Leselampe. Ansonsten haben wir jeweils kaum Licht in der Lok, die Beobachtung des Fahrwegs fällt so effektiv viel leichter.


    "Gehen wir in den Ausgang?" - diese Frage stellte mir mein Lokführer an diesem Tag scherzhaft, als wir die SBB-Gleise querten und ins Arosafeld des Bahnhofs Chur einfuhren um einige Wagen abzuholen. Tatsächlich könnte man meinen wir würden an der nächsten Kneipe halten und einkehren. Für 21 Uhr ist erstaunlich wenig los in Chur....


    Tja, und dann kam "Melden Strecke". Hier bin ich in Davos und konnte diese tolle Stimmung festhalten, bevor es um 19.31 Uhr nach Filisur ging. Anschliessend an diese Fahrt folgte dann noch die Tour Filisur-Davos-Landquart-Schiers-Landquart....um 23.30 Uhr gabs dann Feierabend.


    ...und dann gibt es noch diese Momente. Vor Einfahrt in den Cavadürli-Tunnel bietet sich bei der Talfahrt von Davos nach Klosters dieses Panorama.


    Viele Grüsse

    Riccardo

    Wir müssen hier unterscheiden.


    Der A (WR-S) 1223 war der Behelfsspeisewagen. Von der Fenster- und Türeneinteilung war er mit den EW 1 A identisch, hatte aber auf einer Plattform das Fenster rot hinterlegt, da dahinter das Office lag.


    Auf deinem Bild ist der WR 3822 zu sehen. Dieser lief immer als vollwertiger Speisewagen. Nach seiner Einsatzzeit wurde er nach Frankreich verkauft.

    Ich setze mich dahinter, es warten schon einige Kandidaten auf ihren Fototermin...

    Gib mir Bescheid, ich brauche noch Einschalt- und Fahrpraxis :thumbsup:


    @All: Danke für die positiven Rückmeldungen. Immer eine Freude, wenn die Berichte gut ankommen!

    Hoi zäma


    Wie schon im letzten Bericht erwähnt möchte ich die Bauarbeiten noch etwas genauer ausführen, die derzeit im Lokdepot in Landquart stattfinden.

    Die Gleise von der Drehscheibe zu den einzelnen Lokständen waren schon längere Zeit nicht mehr das Gelbe vom Ei und gerade im Winter war die Schneeräumung auf dem Areal schwierig, da man ständig über die Gleise unter dem Schnee stolperte. Auch im Sommer machte die Anlage Probleme, da an heissen Tagen die Ausdehnung der Schienen dazu führte, dass die Drehscheibe schrammte oder klemmte. Bei der Weiche zur Einfahrt auf die Drehscheibe behalf man sich mit Sprinklern, die das Gleis bewässerten und so kühlten.


    Nun aber stand der Ersatz an und die Denkmalpflege hat auf dem geschützten Areal ein Wörtchen mitgeredet. So kommt es nun dass die alle Gleise im Boden eingelassen sind und das Areal mit wunderschönen Natursteinen gepflastert wird. Um den Betrieb aufrecht zu erhalten, geschieht der Umbau in drei Etappen. So ist jeweils ein Drittel des Depots nicht befahrbar.

    Von 09.00-15.00 Uhr ist jeweils das ganze Depot ausgeschaltet, sodass die Bauarbeiten ohne Gefahr der Hochspannung über die Bühne gehen können. Die Loks werden nun morgens nach draussen gefahren und warten dann in der B-Gruppe auf ihre Einsätze.

    Schauen wir uns also an, wie dieser Umbau vonstatten geht.:


    So die Ausgangslage: Im Vordergrund auch die Weiche mit dem Sprinklerschlauch auf den Schwellen. Die Arbeiten führen gerade die ersten Demontagearbeiten aus.


    Wenn man nicht damit rechnet (wie ich, der eigentlich wo anders hin wollte) in wahres Schlachtfeld. Der Altschotter sowie zwei Armlängen des Untergrunds haben die Arbeiter letztlich ausgehoben.


    Vielleicht hat sich schon der eine oder andere gefragt: Wie kommt man mit schwerem Gerät überhaupt da hin? Die Lösung ist so simpel wie genial: Mit passgenauen Holzteilen hat man eines der Grubengleise zugedeckt, sodass man vom Hintereingang der Rotunde problemlos durch die Halle hindurchfahren kann und zur Drehscheibe gelangt.


    Mittlerweile ist der Untergrund planiert, Abwasserrohre eingesetzt und probehalber die ersten Rillenschienen platziert. Diese Rillenschienen sind genau auf die benötigte Länge vorbereitet und wurden auf der Strasse angeliefert....ein Blutschwitzen für den LKW-Fahrer in der engen Depoteinfahrt!


    Es nimmt nun Form an. Die Schienen sind alle platziert und eingepasst, die ersten Armierungseisen sind gelegt und bald wird der Beton einfahren.


    Nach dem Beton kommt der Akkord. Die beiden Herren mit den Pflastersteinen haben meinen grössten Respekt: In unfassbarem Tempo und bei jedem Wetter haben sie die Steine geklopft und eingepasst. Die Tatsache dass alles konzentrisch zur Drehscheibe ausgerichtet ist, macht die Sache kaum einfacher. Wenn alle Steine liegen, wird das ganze noch verfüllt und so fixiert.


    Derzeit ist der erste Drittel abgeschlossen. Das Ergebnis begeistert viele und wird auch für Willys Fotos künftig eine schöne Kulissen bieten ;)


    Und jetzt? Jetzt kommt der nächste Abschnitt nach demselben Muster. Die Arbeiten werden sich bis zum Abschluss voraussichtlich bis kurz vor Weihnachten ziehen.


    Viele Grüsse

    Riccardo

    Hoi zäma


    Diese Tage finden wieder Lokführer-Schulungen auf den Ge 6/6 II, unseren 700ern, statt. Wenn auch das Wetter bescheiden war, so gelangen ein paar tolle Aufnahmen auf und von den rüstigen alten Maschinen.

    Besonders bemerken möchte ich hier Lok 705. Man bedenke nur, dass sie im Winter/Frühjahr 2021 bereits als Ersatzteilspender abgestellt und auch als solcher genutzt wurde. Als dann 704 mehr und mehr Probleme machte, hat man Lok 705 wieder ins Leben zurückgeholt.


    Doch sollen die Bilder sprechen:

    Aufgrund der Umbauarbeiten im Rotunden-Gelände (hierzu mache ich später noch einen Beitrag) werden die Loks tagsüber in den Gleisen der B-Gruppe abgestellt:


    Was genau hier beübt wurde, kann ich euch leider nicht sagen. DIe Loks verfügen jedenfalls über keine Vielfachsteuerung oder ähnliches. Das Bild indes dürfte Seltenheitswert haben:


    Zu Guter Letzt noch ein Blick ins Innere: Führerstand von Lok 702 bei Ausfahrt aus dem Depot auf die Drehscheibe:


    Mögen die tollen Maschinen noch lange fahren, und mögen wir uns noch viel länger an den unzähligen Fotos und Filmen erfreuen!


    Viele Grüsse

    Riccardo

    Hoi zäma


    Als Kontrast möchte ich hier nach einiger Zeit wieder mal einen Einblick ins Instandhaltungsleben bieten - Motto heute: Höhenarbeit.

    Vorab möchte ich vorausschicken, dass bei allen Bildern eine Absturzsicherung korrekt angewendet wurde und die Fahrleitung in jedem Fall geerdet ist.


    Nun, Arbeiten auf den Fahrzeugen und den Dachlaufstegen bietet immer wieder interessante Blickwinkel, die dank den heutigen Handykameras leicht und schnell einzufangen sind.

    Der eine oder andere erinnert sich vielleicht noch an die Beiträge vom Frühjahr 2021, in denen ich von der Pendelhalle berichtet habe. Das Bild hat sich mittlerweile sehr verändert: RTZ sind an der Tagesordnung und vor allem nachmittags kann es zu Häufungen kommen.


    Dann noch ein Schnappschuss aus einer Nachtschicht, als es galt, einer Ge 4/4 II nach einem Vorfall in de Fahrleitung die lädierte Panto-Wippe wieder flott zu machen:


    Zur Sicherung der oben Arbeitenden gibt es übrigens ein cleveres System:

    Nach Ausschalten der Fahrleitung wird ein gelber Schlüssel frei, den ich im benachbarten Kästchen einstecken muss. Der FL-Schalter ist nun in der Ausstellung blockiert.

    Nach der Drehung des gelben Schlüssels wird die Erdungsstange frei und der gelbe Schlüssel im Kästchen blockiert. Die Erdungsstange hänge ich also in die Fahrleitung und sichere damit meinen Arbeitsplatz. Zu guter Letzt entnehme ich nun einen der blauen Schlüssel aus dem Kästchen, der mir Zugang zum Dachlaufsteg gewährt. Sobald einer der blauen Schlüssel fehlt, lässt sich die Erdungsstange nicht mehr im Kästchen arretieren, ergo bekomme ich den gelben Schlüssel nicht frei, ergo schalte ich die Fahrleitung nicht ein.

    Übrigens: Jede Person, die auf den Dachlaufsteg kommt, hat selbst einen blauen Schlüssel dabei - niemand kommt mit einer anderen Person mit. So ist gewährleistet, dass alle Personen wieder unten sind, bevor man die FL wieder schalten kann.


    Viele Grüsse

    Riccardo

    Hoi zäma


    Nach einiger Zeit möchte ich wieder mal eine Reportage beitragen.

    Seit dem Frühjahr weilte die Ge 4/6 353 in Landquart. Eigentlich gekommen um die Jahreskontrolle (K4) durchzuführen, baute man das Programm dann laufend noch ein wenig aus. Wie es bei so alten Maschinen ist - wenn man einen Deckel öffnet, findet man laufend noch andere Dinge, die man reparieren oder ausbessern sollte!


    So geschah es also das erste Mal seit Jahren wenn nicht Jahrzehnten, dass das Dach abgehoben und damit nicht alltägliche Blicke in den Maschinenraum möglich waren.

    Wir werfen erst mal einen Blick auf die beiden Fahrmotoren:


    Direkt über den Fahrmotoren sehen wir den Platz der Wendeschalter-Walzen. Ausgebaut hat man beide; eine davon war leider so eingelaufen und mit Ausbrüchen übersät, dass eine Überarbeitung nötig war. Nicht selbstverständlich dass man diese Aufwände auf sich nimmt, aber das Ergebnis war toll!

    Seht selbst:


    Noch der Ausblick vom Dachlaufsteg ins Innere. Vorne sehen wir die beiden Fahrmotoren und die Bettung der Wendewalzen, weiter hinten erkennen wir einige Widerstände und Ansätze des Transformators:


    Ein weiteres Highlight war dann auch die Lastprobefahrt nach Serneus. Ge 4/4 III 646 war hier die gute Assistentin, denn auf der Steigung konnte mit der BoBo 3 genau die gewünschte Last simuliert werden, indem Lok 646 einfach so viel elektrisch bremste wie es eben gewünscht wurde. Auch auf der Rückfahrt (talwärts!) konnten wir Lok 353 belasten indem die BoBo 3 wieder elektrisch bremste. So sparten wir uns a) einen grossen Zug aus Wagen und mussten b) auch talwärts nicht einfach die Bremsklötze von Lok 353 verraspeln. "Natürlich" hat die alte Dame die Aufgabe zu aller Zufriedenheit gemeistert.


    Zu guter Letzt noch zwei wunderbare Aufstellungen aus der Rotunde in Landquart. Einerseits war das ungewöhnliche Bild mit der Oerlikonerin mit Krokodil 414 und der Schlepptender-Dampflok 107 möglich. Dies kam daher, dass im Depot in den kommenden Wochen tüchtig gebaut wird und die Dampflok daher aus dem Dampfdepot in den Alltagsbereich weichen musste.

    Zum anderen haben wir Loks 353 und 222 mit dem Triebwagen 501. Auch dieser Tw weilte zur Jahreskontrolle einige Tage in Landquart. Mittlerweile sind Lok 222 und 501 wieder zurück in Samedan. Auch Lok 353 geht demnächst "heim".


    Für mich ist die Oerlikonerin die wertvollste Lok in der Sammlung der RhB, weshalb es mir persönlich auch grosse Freude bereitet hat, die Fürsorge aller zu sehen, mit der man die Lok angepackt hat. Möge Sie noch viele Jahre zuverlässig fahren und die Anfänge der Wechselstromlokomotiven auch den kommenden Generationen demonstrieren.


    Viele Grüsse

    Riccardo