Beiträge von Rhätische Bahn

    Hoi zäma

    Da ich derzeit die "Fahrschule" absolviere, kann ich auch aus dieser Ecke etwas berichten und natürlich einige Schnappschüsse besteuern.

    Nebst den Theorietagen haben wir derzeit auch die Tage mit "Melden Rangier" und "Melden Strecke"- Hierbei sind wir auf dem Führerstand unterwegs und müssen alle Geschwindigkeiten, Spezialitäten des Bahnhofs/der Strecke und die Signalbilder korrekt interpretieren und dem Lokführer melden - so wird sichergestellt, dass wir uns auf den Bahnhöfen auskennen und die Signale richtig interpretieren. Dies geht im Rangierdienst ebenso wie auf der Strecke. So fahre ich nun beispielsweise nach Davos mit und kommentiere bei der Station Seewis-Pardisla "Ab hier Strecke, 80 (km/h)" und etwas später "Einfahrt Grüsch, offen, 55 ab erster Weiche, anhalten". Im Rangier führen wir LfA (Lokführer-Anwärter) auch den ganzen Funkverkehr.

    Sobald die Melden-Phase durch ist, kommen wir ins RuA: Rangier unter Aufsicht, wobei wir dann selber fahren und die Praxis aneignen. Dito dann auf der Strecke.


    Nun aber zu den Bildern:

    Hier sehen wir den Blick aus der Gm 4/4 241. Wir befinden uns im Kieswerk von Untervaz und assistieren beim Verlad der Kieswagen. Am Förderband steht ein RhB-Mitarbeiter und belädt die Wagen mit grobem Kies. Ebenfalls kann es sein, dass mit dem Radlader Sand oder Schotter eingeladen wird. Stets lautet dann der Befehl "Vor mit zwo (Distanzangabe)" und wir rücken vor bis das Haltsignal kommt. Der nächste Wagen wird beladen. Die hier gezeigten Ladungen sind alle für die Grossbaustelle in Arosa bestimmt.


    Hier ist es bereits etwas später. Kurz vor 21 Uhr werden in Chur GB jeweils die Wagen für Kuoni in Felsberg bereitgestellt. Um etwa halb Zehn Uhr führen wir die Wagen dann als Zugfahrt nach Felsberg, umfahren und stellen diese in die Verladehalle zu. Nach der Rückkehr kurz vor 22 Uhr ist Dienst 1076 dann zu Ende und wir gehen heim. Das Bild zeigt den Blick aus der Geaf 2/2 beim Anfahren an die Wagen.


    Natürlich gibt es auch die Gegenrichtung. Der Führerstand der Geaf im Schein der kleinen Leselampe. Ansonsten haben wir jeweils kaum Licht in der Lok, die Beobachtung des Fahrwegs fällt so effektiv viel leichter.


    "Gehen wir in den Ausgang?" - diese Frage stellte mir mein Lokführer an diesem Tag scherzhaft, als wir die SBB-Gleise querten und ins Arosafeld des Bahnhofs Chur einfuhren um einige Wagen abzuholen. Tatsächlich könnte man meinen wir würden an der nächsten Kneipe halten und einkehren. Für 21 Uhr ist erstaunlich wenig los in Chur....


    Tja, und dann kam "Melden Strecke". Hier bin ich in Davos und konnte diese tolle Stimmung festhalten, bevor es um 19.31 Uhr nach Filisur ging. Anschliessend an diese Fahrt folgte dann noch die Tour Filisur-Davos-Landquart-Schiers-Landquart....um 23.30 Uhr gabs dann Feierabend.


    ...und dann gibt es noch diese Momente. Vor Einfahrt in den Cavadürli-Tunnel bietet sich bei der Talfahrt von Davos nach Klosters dieses Panorama.


    Viele Grüsse

    Riccardo

    Wir müssen hier unterscheiden.


    Der A (WR-S) 1223 war der Behelfsspeisewagen. Von der Fenster- und Türeneinteilung war er mit den EW 1 A identisch, hatte aber auf einer Plattform das Fenster rot hinterlegt, da dahinter das Office lag.


    Auf deinem Bild ist der WR 3822 zu sehen. Dieser lief immer als vollwertiger Speisewagen. Nach seiner Einsatzzeit wurde er nach Frankreich verkauft.

    Ich setze mich dahinter, es warten schon einige Kandidaten auf ihren Fototermin...

    Gib mir Bescheid, ich brauche noch Einschalt- und Fahrpraxis :thumbsup:


    @All: Danke für die positiven Rückmeldungen. Immer eine Freude, wenn die Berichte gut ankommen!

    Hoi zäma


    Wie schon im letzten Bericht erwähnt möchte ich die Bauarbeiten noch etwas genauer ausführen, die derzeit im Lokdepot in Landquart stattfinden.

    Die Gleise von der Drehscheibe zu den einzelnen Lokständen waren schon längere Zeit nicht mehr das Gelbe vom Ei und gerade im Winter war die Schneeräumung auf dem Areal schwierig, da man ständig über die Gleise unter dem Schnee stolperte. Auch im Sommer machte die Anlage Probleme, da an heissen Tagen die Ausdehnung der Schienen dazu führte, dass die Drehscheibe schrammte oder klemmte. Bei der Weiche zur Einfahrt auf die Drehscheibe behalf man sich mit Sprinklern, die das Gleis bewässerten und so kühlten.


    Nun aber stand der Ersatz an und die Denkmalpflege hat auf dem geschützten Areal ein Wörtchen mitgeredet. So kommt es nun dass die alle Gleise im Boden eingelassen sind und das Areal mit wunderschönen Natursteinen gepflastert wird. Um den Betrieb aufrecht zu erhalten, geschieht der Umbau in drei Etappen. So ist jeweils ein Drittel des Depots nicht befahrbar.

    Von 09.00-15.00 Uhr ist jeweils das ganze Depot ausgeschaltet, sodass die Bauarbeiten ohne Gefahr der Hochspannung über die Bühne gehen können. Die Loks werden nun morgens nach draussen gefahren und warten dann in der B-Gruppe auf ihre Einsätze.

    Schauen wir uns also an, wie dieser Umbau vonstatten geht.:


    So die Ausgangslage: Im Vordergrund auch die Weiche mit dem Sprinklerschlauch auf den Schwellen. Die Arbeiten führen gerade die ersten Demontagearbeiten aus.


    Wenn man nicht damit rechnet (wie ich, der eigentlich wo anders hin wollte) in wahres Schlachtfeld. Der Altschotter sowie zwei Armlängen des Untergrunds haben die Arbeiter letztlich ausgehoben.


    Vielleicht hat sich schon der eine oder andere gefragt: Wie kommt man mit schwerem Gerät überhaupt da hin? Die Lösung ist so simpel wie genial: Mit passgenauen Holzteilen hat man eines der Grubengleise zugedeckt, sodass man vom Hintereingang der Rotunde problemlos durch die Halle hindurchfahren kann und zur Drehscheibe gelangt.


    Mittlerweile ist der Untergrund planiert, Abwasserrohre eingesetzt und probehalber die ersten Rillenschienen platziert. Diese Rillenschienen sind genau auf die benötigte Länge vorbereitet und wurden auf der Strasse angeliefert....ein Blutschwitzen für den LKW-Fahrer in der engen Depoteinfahrt!


    Es nimmt nun Form an. Die Schienen sind alle platziert und eingepasst, die ersten Armierungseisen sind gelegt und bald wird der Beton einfahren.


    Nach dem Beton kommt der Akkord. Die beiden Herren mit den Pflastersteinen haben meinen grössten Respekt: In unfassbarem Tempo und bei jedem Wetter haben sie die Steine geklopft und eingepasst. Die Tatsache dass alles konzentrisch zur Drehscheibe ausgerichtet ist, macht die Sache kaum einfacher. Wenn alle Steine liegen, wird das ganze noch verfüllt und so fixiert.


    Derzeit ist der erste Drittel abgeschlossen. Das Ergebnis begeistert viele und wird auch für Willys Fotos künftig eine schöne Kulissen bieten ;)


    Und jetzt? Jetzt kommt der nächste Abschnitt nach demselben Muster. Die Arbeiten werden sich bis zum Abschluss voraussichtlich bis kurz vor Weihnachten ziehen.


    Viele Grüsse

    Riccardo

    Hoi zäma


    Diese Tage finden wieder Lokführer-Schulungen auf den Ge 6/6 II, unseren 700ern, statt. Wenn auch das Wetter bescheiden war, so gelangen ein paar tolle Aufnahmen auf und von den rüstigen alten Maschinen.

    Besonders bemerken möchte ich hier Lok 705. Man bedenke nur, dass sie im Winter/Frühjahr 2021 bereits als Ersatzteilspender abgestellt und auch als solcher genutzt wurde. Als dann 704 mehr und mehr Probleme machte, hat man Lok 705 wieder ins Leben zurückgeholt.


    Doch sollen die Bilder sprechen:

    Aufgrund der Umbauarbeiten im Rotunden-Gelände (hierzu mache ich später noch einen Beitrag) werden die Loks tagsüber in den Gleisen der B-Gruppe abgestellt:


    Was genau hier beübt wurde, kann ich euch leider nicht sagen. DIe Loks verfügen jedenfalls über keine Vielfachsteuerung oder ähnliches. Das Bild indes dürfte Seltenheitswert haben:


    Zu Guter Letzt noch ein Blick ins Innere: Führerstand von Lok 702 bei Ausfahrt aus dem Depot auf die Drehscheibe:


    Mögen die tollen Maschinen noch lange fahren, und mögen wir uns noch viel länger an den unzähligen Fotos und Filmen erfreuen!


    Viele Grüsse

    Riccardo

    Hoi zäma


    Als Kontrast möchte ich hier nach einiger Zeit wieder mal einen Einblick ins Instandhaltungsleben bieten - Motto heute: Höhenarbeit.

    Vorab möchte ich vorausschicken, dass bei allen Bildern eine Absturzsicherung korrekt angewendet wurde und die Fahrleitung in jedem Fall geerdet ist.


    Nun, Arbeiten auf den Fahrzeugen und den Dachlaufstegen bietet immer wieder interessante Blickwinkel, die dank den heutigen Handykameras leicht und schnell einzufangen sind.

    Der eine oder andere erinnert sich vielleicht noch an die Beiträge vom Frühjahr 2021, in denen ich von der Pendelhalle berichtet habe. Das Bild hat sich mittlerweile sehr verändert: RTZ sind an der Tagesordnung und vor allem nachmittags kann es zu Häufungen kommen.


    Dann noch ein Schnappschuss aus einer Nachtschicht, als es galt, einer Ge 4/4 II nach einem Vorfall in de Fahrleitung die lädierte Panto-Wippe wieder flott zu machen:


    Zur Sicherung der oben Arbeitenden gibt es übrigens ein cleveres System:

    Nach Ausschalten der Fahrleitung wird ein gelber Schlüssel frei, den ich im benachbarten Kästchen einstecken muss. Der FL-Schalter ist nun in der Ausstellung blockiert.

    Nach der Drehung des gelben Schlüssels wird die Erdungsstange frei und der gelbe Schlüssel im Kästchen blockiert. Die Erdungsstange hänge ich also in die Fahrleitung und sichere damit meinen Arbeitsplatz. Zu guter Letzt entnehme ich nun einen der blauen Schlüssel aus dem Kästchen, der mir Zugang zum Dachlaufsteg gewährt. Sobald einer der blauen Schlüssel fehlt, lässt sich die Erdungsstange nicht mehr im Kästchen arretieren, ergo bekomme ich den gelben Schlüssel nicht frei, ergo schalte ich die Fahrleitung nicht ein.

    Übrigens: Jede Person, die auf den Dachlaufsteg kommt, hat selbst einen blauen Schlüssel dabei - niemand kommt mit einer anderen Person mit. So ist gewährleistet, dass alle Personen wieder unten sind, bevor man die FL wieder schalten kann.


    Viele Grüsse

    Riccardo

    Hoi zäma


    Nach einiger Zeit möchte ich wieder mal eine Reportage beitragen.

    Seit dem Frühjahr weilte die Ge 4/6 353 in Landquart. Eigentlich gekommen um die Jahreskontrolle (K4) durchzuführen, baute man das Programm dann laufend noch ein wenig aus. Wie es bei so alten Maschinen ist - wenn man einen Deckel öffnet, findet man laufend noch andere Dinge, die man reparieren oder ausbessern sollte!


    So geschah es also das erste Mal seit Jahren wenn nicht Jahrzehnten, dass das Dach abgehoben und damit nicht alltägliche Blicke in den Maschinenraum möglich waren.

    Wir werfen erst mal einen Blick auf die beiden Fahrmotoren:


    Direkt über den Fahrmotoren sehen wir den Platz der Wendeschalter-Walzen. Ausgebaut hat man beide; eine davon war leider so eingelaufen und mit Ausbrüchen übersät, dass eine Überarbeitung nötig war. Nicht selbstverständlich dass man diese Aufwände auf sich nimmt, aber das Ergebnis war toll!

    Seht selbst:


    Noch der Ausblick vom Dachlaufsteg ins Innere. Vorne sehen wir die beiden Fahrmotoren und die Bettung der Wendewalzen, weiter hinten erkennen wir einige Widerstände und Ansätze des Transformators:


    Ein weiteres Highlight war dann auch die Lastprobefahrt nach Serneus. Ge 4/4 III 646 war hier die gute Assistentin, denn auf der Steigung konnte mit der BoBo 3 genau die gewünschte Last simuliert werden, indem Lok 646 einfach so viel elektrisch bremste wie es eben gewünscht wurde. Auch auf der Rückfahrt (talwärts!) konnten wir Lok 353 belasten indem die BoBo 3 wieder elektrisch bremste. So sparten wir uns a) einen grossen Zug aus Wagen und mussten b) auch talwärts nicht einfach die Bremsklötze von Lok 353 verraspeln. "Natürlich" hat die alte Dame die Aufgabe zu aller Zufriedenheit gemeistert.


    Zu guter Letzt noch zwei wunderbare Aufstellungen aus der Rotunde in Landquart. Einerseits war das ungewöhnliche Bild mit der Oerlikonerin mit Krokodil 414 und der Schlepptender-Dampflok 107 möglich. Dies kam daher, dass im Depot in den kommenden Wochen tüchtig gebaut wird und die Dampflok daher aus dem Dampfdepot in den Alltagsbereich weichen musste.

    Zum anderen haben wir Loks 353 und 222 mit dem Triebwagen 501. Auch dieser Tw weilte zur Jahreskontrolle einige Tage in Landquart. Mittlerweile sind Lok 222 und 501 wieder zurück in Samedan. Auch Lok 353 geht demnächst "heim".


    Für mich ist die Oerlikonerin die wertvollste Lok in der Sammlung der RhB, weshalb es mir persönlich auch grosse Freude bereitet hat, die Fürsorge aller zu sehen, mit der man die Lok angepackt hat. Möge Sie noch viele Jahre zuverlässig fahren und die Anfänge der Wechselstromlokomotiven auch den kommenden Generationen demonstrieren.


    Viele Grüsse

    Riccardo

    Hoi zäma


    Zur Abwechslung mal ein Einblick in den Unterhaltsalltag, den Fahrgäste normalerweise nicht zu Gesicht bekommen. Habt ihr euch schon mal gefragt, wie an den RTZ, ZTZ, STZ oder auch am AGZ grössere Unterhaltsarbeiten durchgeführt werden? Hierzu zählen Drehgestellwechsel, Komponententausch (Trafo, Stromrichter etc) und andere grössere Arbeiten.

    Seit rund 10 Jahren haben wir die Allegrahalle, in der eine grosse Anzahl von mobilen Hebeböcken das Leben erleichtern. Diese lassen sich wie ein Palettenrolli verschieben und positionieren. Einmal am gewünschten Ort, lässt man sie hinunter und sie sind fix an Ort. Dann beginnt man mit dem Anheben:


    Schritt 1:

    Alle Hebeböcke sind an den Anhebestellen der Wagenkästen zu positionieren. Dies muss recht genau sein um die Mechanik nicht falsch zu belasten. Ausserdem ist es wichtig, stets die Anhebepunkte am Wagenkasten zu verwenden, die sich vis-a-vis liegen. Anderenfalls kann man den Wagenkasten verziehen.


    Schritt 2:

    Jeden einzelnen Hebebock lässt man dann soweit nach oben fahren, dass er an der Anhebestelle angreift und über 500kg Belastung aufweist. Dies kann man am Display auf dem Bediener-Panel ablesen. ¨


    Schritt 3:

    Sobald alle Hebeböcke unter Belastung stehen, kann man sie zusammenschalten und zentral vom Bedienerpult aus fernsteuern. Es ist schon imposant, einen vierteiligen Triebzug mit einem Knopfdruck nach oben fahren zu lassen!


    Beim Vorbeigehen bekommt man wieder mal ein Gefühl dafür, wie schwer so ein Zug ist. Ein einzelner Bock trägt hier gerade gute 11'000kg - für den RTZ haben wir gestern 16 Böcke gestellt...


    Schritt 4:

    Sobald der Zug auf der gewünschten Höhe ist kann man bedenkenlos darunter treten und mit der Arbeit beginnen. Die Hebeböcke weisen eine mechanische Verriegelung auf, sodass der Zug auch nicht plötzlich wieder talwärts fährt.


    Der geneigte Leser hat es sicher bemerkt, ich habe euch bei dem letzten Bild noch einen ZTZ untergemogelt. Leider konnte ich gestern kein Foto mehr machen als der RTZ in der Höhe schwebte, so habe ich dieses Bild vom März genommen, als der ZTZ 3501 zum Drehgestellwechsel in Landquart weilte.


    Apropos DG-Wechsel, dies funktioniert dann so:

    Wenn der Zug oben ist, kann man mit den fahrbaren Hebebühnen unter das Drehgestell fahren und dieses stützen. Anschliessend löst man das Drehgestell vom Wagenkasten und senkt die Bühne wieder ab. Nun kann man mit dem Drehgestell hin wo man will. Auf dem Foto seht ihr im Hintergrund auch schon das revidierte Tauschdrehgestell, das rund eine halbe Stunde später wieder am ZTZ montiert war.


    Dieselbe Einrichtung gibt es übrigens auch noch einmal in der Werkstätte in Poschiavo. Dort sind einfach nur die ZTZ zu Gast.


    Beste Grüsse

    Riccardo

    Hoi zäma


    Soweit ich sehen konnte, war dieses Projekt hier im Forum noch nie Thema. Daher möchte ich euch das Werk von einigen jungen Leuten näherbringen, die mit viel Engagement daran arbeiten, einen stilvollen Barwagen auf das Netz der RhB zu bringen: https://projekt-fahrbar.ch/

    Viele von euch kennen das Fahrzeug vermutlich; Jahrelang stand es in nach der aktiven Zeit bei der RhB in Buchs SG als provisorischer Schmuckladen, später war es auf dem Netz der DFB anzutreffen. Nun ist es letztlich wieder zurück in der Heimat.


    Da ich nebst meiner Arbeit bei der RhB in meiner Freizeit selbst mit einer Gruppe junger Personen einen Triebwagen unterhalte und betriebe (www.triebwagen101.com), habe ich mich mittlerweile einige Male mit der Projektgruppe fahrBAR getroffen und wir haben regen Austausch halten können. Somit kann ich euch das Engagement der Truppe wirklich ans Herz legen.

    Unterstützt das Crowdfunding, spendet oder erzählt es weiter. Jede Form der Unterstützung ist willkommen: https://www.lokalhelden.ch/projekt-fahrbar


    Möge mit der fahrBAR wieder ein edles Fahrzeug auf dem Netz der RhB zu sehen sein.


    Viele Grüsse

    Riccardo

    Hoi zäma


    Heute nehme ich euch mit auf eine kleine Tour mit dem Stammnetzpendel.

    Über Auffahrt fährt die Samedaner Komp täglich einmal Samedan-Pontresina-Scuol-Samedan. (Samedan ab: 17.48 Uhr). Dies habe ich mir zu Nutze gemacht um die mittlerweile rar gewordenen Züge nochmals zu fotografieren und zu geniessen - wenn auch fern ab von ihrem ursprünglichen Einsatzgebiet.


    Selbst für mich ein ungewohntes Stelldichein: Steuerwagen 1716 im Angesicht von zwei TW III, die gerade noch Rundholz rangieren und anschliessend dann noch ins Puschlav fahren werden:


    So sehen die Lokführer das Engadin, wenn sie die Fahrgäste schwungvoll in Richtung Punt Muragl bringen. Links ist die Bedienung der automatischen Bremse, rechts stellt der Lokführer die gewünschte Geschwindigkeit auf der Skala ein, den Rest macht das Fahrzeug fast selbstständig


    Mittlerweile haben wir uns dem Inn entlang talwärts gearbeitet und warten in Susch auf den Gegenzug.


    Während die letzten Sonnenstrahlen durchs Fenster fallen, kann man getrost ein Engadiner Bier trinken und sich vorstellen, wieviele Geschichten wohl in diesen Sesseln erzählt wurden. Die Sitze entsprechen der Erstausstattung, die auch die EW II-Wagen hatten. Hier sind sie weitestgehend unverändert - vor allem unverändert bequem!


    Mittlerweile neigt sich das Tageslicht zur Neige, während wir in Scuol-Tarasp wenden und einen kurzen Schwatz mit dem Personal vom RE nach Landquart-Chur halten.


    Die malerische Station Cinous-chel-Brail (ein gefürchteter Zungenbrecher für nicht Ortskundige) hat kaum Frequenz. Doch es ist noch Platz für eine Anekdote: Die junge Dame, die hier gerade auf dem Heizerstuhl sitzt, war zwei Jahrgänge unter mir im Gymnasium. Nach einigen Jahren sind wir nun beide Teil der RhB-Familie - sie als Lokführerin, ich als Teamleiter. So sieht man sich wieder!


    Ich hoffe, dass euch diese Art von Reportage ebenso gut gefällt. Weniger technisch, mehr Erleben.


    Viele Grüsse

    Riccardo

    Natürlich darf jeder seine Meinung zum Fahrzeug 491 und seinem künftigen Einsatzzweck haben, die Diskussion wird dadurch auch spannend!

    Meine Ansicht ist klar, dass es diese Aktion brauchte. Die Misoxerbahn war über Jahrzehnte genau so Teil der RhB wie die Berninabahn, die Albulalinie usw. Nur wurde sie aufgrund ihrer Lage oft stiefmütterlich behandelt. Man bedenke nur mal, dass die Personenwagen, welche die RhB einst ins Misox zur "Aufwertung" des Fuhrparks sandte, älter waren als die Misoxerbahn überhaupt. Grund genug also, einen Zeitzeugen dieser Bahn an prominenter Stelle zu erhalten. Dass die Talschaft Mesolcina kein Interesse an der Bahn (mehr) hat, wurde ja schon ausführlich gezeigt und auch immer wieder belegt. Hier kann man wohl noch der Firma Censi danken, die einen Appenzeller Triebwagen samt Zweiachser übernommen hat und ihm sogar noch ein Dach in Grono spendierte.


    Der Abbruch des TW 454 war damals eine Enttäuschung für alle mit Bezug zu dieser Bahn (mich eingeschlossen), doch der Zustand des Fahrzeugs war zuletzt schlicht so, dass es einem Neubau gleichgekommen wäre ihn wieder herzurichten. Wenn ich mich nicht irre, war er auch bei einer missglückten Verladeaktion einige (viele?) Zentimeter abgestürzt und hatte dabei noch Schäden davongetragen. Der 491 ist somit der letzte echte Misoxer und vertritt in seiner Bauform auch die Arosa-Triebwagen 481-486. Klar, zwei stehen noch in einer Remise an der La Mure-Bahn. Doch die Kosten einer Rückführung aus Frankreich sind dann nochmal eine andere Liga als aus dem Misox. Für mich also ein brauchbarer Kompromiss. Für die Einrichtung eines Grottos/Kaffees ist das grosse Gepäckabteil natürlich passender.


    Dass eine BoBo I bleibt, ist ja so gut wie gesichert. Über die Vorortspendel könnte ich jetzt noch länger schreiben - doch ich möchte euch auch nicht langweilen ;)

    Hoi zäma


    Heute hatte ich noch die Ehre, den 513 auf seiner letzten Fahrt zu begleiten. Es war schon speziell, als um 09.25 der Fahrrichtungsschalter auf Vorwärts sprang, , das altbekannte Fahrgeräusch erklang und kurz darauf die Ventilatoren hinter meinem Platz die bekannte Stufe nach oben schalteten - wie damals eben.

    Zwischen Untervaz und Haldenstein konnten wir die Vmax. von 90 km/h nochmals voll ausfahren. Es kam sogar noch die Sonne:


    Selbst für langjährige RhB-Lokführer ist es wohl einmalig, mit einem Pendel am Coop-Verteilzentrum im Churer Maduzengut vorbeizufahren. Die mit Malerband gekennzeichneten Teile wurden übrigens bei Ankunft noch ausgebaut und zurück nach Landquart gebracht.


    Ein seltener Bestimmungsort für einen Vorortspendel. Trotzdem, er Fuhr aus eigener Kraft bis ans Ziel! Nach diesem kurzen Halt war noch ein Beschleunigen, während dem Rollen wurde der Hauptschalter ausgelöst und der Panto gesenkt. Der Pendel rollte die letzten Meter bis an den Prellbock. Ein letzter Pfiff erklang, und wir verabschiedeten uns von einem 50 Jahre treuen, robusten und zeitlosen Fahrzeug.


    Chau, 513!


    Viele Grüsse

    Riccardo

    Hallo Heiko


    Ich habe den 513 so fotografiert, dass man die Graffiti und die eingeworfenen Scheiben nicht sieht...

    Ja, die Fahrzeuge haben sind immer bewährt, doch Ersatzteilbeschaffung und Unterhalt wurden immer teurer. Behindertengerechte Einrichtungen haben die Fahrzeuge auch nicht, da hätte man für eine Anpassung nochmals Millionen in die Hand genommen. Abstellplatz ist dann das nächste heisse Thema, da der Bahnhof Landquart ja noch über Jahre umbaubedingte Einschränkungen haben wird und nun jeden Monat ein vierteiliger RTZ (77m) daherkommt.


    Auch ich in mit den Zügen jahrelang ins Gymnasium gependelt - es war ein schönes Kapitel.


    Viele Grüsse

    Riccardo

    Hoi zäma


    Das Kaisermanöver vom Dienstag hat Willy ja schon gezeigt. Anschliessend fuhr ein Pendel wieder ins Engadin, zwei blieben in Landquart und einer davon wird morgen die letzte Reise antreten.

    Heute war dann "Organspende" angesagt: Teilweise hat man Komponenten von der Abbruchkomp in die andere getauscht, teilweise hat man einfach Teile ausgebaut und an Lager gelegt. Nicht zuletzt die 1.Klasse-Sitze für einen späteren historischen EW I-Wagen:


    Nachmittags fanden sich die beiden Pendel dann in der Pendelhalle wieder. Die Halle ist gleich alt wie die Fahrzeuge - der Name kommt nicht von ungefähr. Auch sie wird nächstes Jahr weichen müssen und einem Neubau Platz machen - so läuft die Zeit.

    Nun aber noch ein paar Eindrücke: So sah es Jahre wenn nicht Jahrzehnte lang täglich aus, wenn man von der Rotunde in die Pendelhalle lief.

    Vielleicht war es das letzte Mal, die Stammnetzpendel in ihrer Pendelhalle....




    Viele Grüsse

    Riccardo

    Hallo zusammen


    Manchmal fügt sich einfach etwas, wie beispielsweise letzte Nacht als einige Ge 4/4 " im Depot zusammenfanden. So standen schon drei Stück nebeneinander, die allesamt eine rote Front hatten. Als dann nach Mitternacht noch Lok 620 eintraf und auf Gleis 4 abgestellt wurde, hatten wir die fünf beisammen.


    Viele Grüsse

    Riccardo

    Hoi zäma


    Wir schreiben das Jahr 1965 und heute Nachmittag waren wir mit der Lok 222 als "Rangier 2" im Bahnhof Landquart tätig. Heute stand hier einer der brandneuen Triebwagen für die Berninabahn, welche in der Früh auf einem Rollschemel der SBB angeliefert wurde. Die kommenden Tage wird er wohl dann in den Süden überführt. Leider hatte ich im Dienst viel zu tun, aber dieser Schnappschuss gelang dennoch. Natürlich habe ich ihn gleich zu Hause entwickelt. :thumbsup:


    Spass bei Seite8o Der TW46 stand heute Nachmittag noch draussen und dieses historisch anmutende Bild ist mir als Schnappschuss gelungen als wir mit dem 222i auf Bremsprobefahrt gingen.

    Hoi zäma


    Das Herz hüpft definitiv höher, wenn man morgens zur Arbeit kommt und über den Ständen 17 und 18 der Landquarter Rotonde Rauch und Dampf aufsteigt.

    Anbei zeige ich euch zwei Fotos von heute Morgen, bevor Lok 107 zu den Instruktionsfahrten nach Davos aufbrach.

    So schön die Fotos von der Strecke sind, so reizvoll finde ich auch die Stimmung im Depot:



    Viele Grüsse

    Riccardo

    Hoi zäma


    Ich ergänze heute ein paar Fotos aus dem Betrieb in Landquart:


    ABe 4/4 III (TW3) N° 54 war gestern in Landquart zu Gast und hat sich die Pantoffeln richten lassen :thumbsup: Oder anders ausgedrückt; Die Radsätze wurden auf der Unterflur-Drehbank wieder auf Vordermann gebracht.


    Dann haben wir eine Lady, die sich gestern in der herrlichen Märzsonne zeigte.


    Zu guter Letzt noch ein Archivbild aus den 50er-Jahren.....nein, das war ja heute! :-)

    Die Ge 4/6 353 und Ge 2/4 222 weilen derzeit beide in der Rotonde. Aus dem richtigen Winkel betrachtet war es effektiv eine Zeitreise für ein paar Sekunden.


    Viele Grüsse

    Riccardo

    Hoi zäma


    Nachdem ich Willy heute ja seit langem wieder mal getroffen habe, ergänze ich einfach noch mit einigen Schnappschüssen.

    In Zizers Altlöser begegnete der genannte Zug 5725 nämlich dem Zug 5720, ebenfalls mit einer 700er bespannt. So konnten (ein letztes Mal) die Loks 701-703 auf ein Foto.

    Die Überführung der Lok 353 habe ich zwischenzeitlich in Reichenau erwischt.


    Zum Treiben bei Vögele Chur habe ich ein paar bewegte Bilder zusammengeschnitten, auch ich war allerdings nicht bis zum Schluss vor Ort.

    Vorsicht; nichts für schwache Liebhabernerven: https://www.youtube.com/watch?v=gZa_km4Z-EA&feature=youtu.be


    Viele Grüsse

    Riccardo

    Hoi zäma


    Das Aufräumen beim Vorbild geht sukzessive weiter. Heute sind nebst dem EW 1-B 2370 auch zwei geschichtsträchtige Privatwagen in Untervaz zur Verwertung eingetroffen:

    Es sind zwei Rollschemel aus dem Jahr 1942, der P 10055 (ex Ua 8312, angeliefert auf dem Sp-w) und der P 10123 (ex Ua 8313). Die beiden Rollschemel besitzen noch immer die 4 bar-Druckluftbremse der Misoxerbahn, sowie eine «wirkungslose» Vakuum-Durchgangsleitung. Auch aus diesem Grund hat sich der Besitzer SERSA nun entschlossen, diese beiden Fahrzeuge zu entsorgen. Die Drehgestelle des P 10055 gingen in den vergangenen Jahren zur Behebung eines Gleitlagerschadens am Xak 93502 drauf, seither stand der P 10055 jahrelang ohne Drehgestelle auf dem Areal der HW Landquart rum.


    Überraschend konnte auch der Werkzeugwagen BM21 vorgefunden werden. Hierbei handelt es sich um den ehemaligen Postwagen Z94, dessen ursprüngliche Nummer und Inneneinrichtung auch jetzt noch zweifelsfrei erkennbar sind.


    Viele Grüsse

    Riccardo