Digitalisierung Bemo Ge6/6 II / 1254 137

  • Guten Abend zusammen

    Diese Tage habe ich mir eine gebrauchte Ge 6/6 II 707 mit der Artikelnummer 1254 137 gekauft. Laut dem Verkäufer sollte es sich auf meine Nachfrage hin um eine Fünfpolversion handeln, was leider nicht ganz so ist. Es ist noch eine Version mit zwei Dreipolmotoren, jedoch doch in der "neueren" Variante, die (von einem ordentlichen Decoder angesteuert) doch sehr gute Fahreigenschaften bei geringem Fahrgeräusch zeigt. Hätte ich im Voraus kurz recherchiert dann wäre ich darauf aufmerksam geworden, dass die Lok im Neuheitenkatalog 2007 angekündigt war und dort explizit auf die Dreipolversion hingewiesen wurde ... bin also etwas selber schuld.


    Da die Lok praktisch im Neuzustand ist und doch schon die brünierten Radsätze besitzt behalte ich sie und werde einen noch vorhandenen Zimo MX630 und allenfalls noch SMD-LED's verbauen. Wenn ich mir die Platine(n) aber anschaue dann werde ich nicht ganz schlau:


    - Um was für Bauteile handelt es sich bei denjenigen in SMD Bauform? Sind das eventuell Spulen zur Entstörung? (bin leider nicht ganz so bewandert in Sachen Elektrotechnik)

    - Die "gelochte" Linie neben der mir eingefügten roten Markierung sieht mir wie eine Bruchkante aus. Ich gehe davon aus, dass ich in beiden Lokhälften diese Miniplatine mit den SMD-Bauteilen rausbrechen muss. Korrekt?



    Leider fehlen mir die originalen Beiblätter, auf welchen in der Regel die Anweisungen für die Digitalisierung aufgeführt sind.

    Vielen Dank für Eure Tipps.


    Viele Grüsse, Stefan

  • Hallo Stefan,


    die perforierte Stelle ist die 651NEM Schnittstelle für den Decoder und muss

    wie du richtig vermutet hast herausgetrennt werden damit der 6 polige Decoder eingelötet werden kann.



    Gruß Manne

  • Hallo Stefan,


    die Bauteile sind in der Tat ein Kondensator für eine Entstörung des Motors und wahrscheinlich zwei Bauteile für die fahrtrichtungsabhängige Spitzenbeleuchtung. Da das eigentlich bei diesen Modellen noch die Selen-Platten übernommen haben, werden es vermutlich einfach nur 0 Ohm-Widerstände sein. Nach Dioden sieht das nicht aus.

    Ich meine, das Konzept bei diesen Loks war dort jeweils einen Decoder pro Motor in die herausgebrochene Analogplatine einzubauen. Der MX630 ist ja relativ groß und ich weiß nicht so recht, wie die Motorregelung auf zwei direkt angesteuerte Motoren reagiert. Vielleicht gibt es hier ja Erfahrungen damit. Wenn man zwei Decoder nimmt, dann sollte man in jedem Falle bei einem Railcom, etc. abschalten und beide auf der identischen Adresse betreiben. Sonst gibt es sicher eine Menge Probleme auf dem Gleis, wenn man das nutzt.


    Kannst Du mal ein Foto machen, bei dem man sieht, ob und evtl. wie die beiden Platinen verbunden sind?


    Grüße, Marco

  • Hallo Stefan,


    bei mir fahren die zweimotorigen Ge 6/6 II mit jeweils zwei Dekodern (Zimo MX622 bzw. MX617); beide Decoder mit identischen Einstellungen und Adressen, wie Marco schrieb. Zugkraft und Fahrverhalten sind einwandfrei.

    Die beiden Lokhälften sind elektrisch miteinander verbunden, einmal über den Rahmen, der andere Pol über das schwarze Kabel in Deinem Bild oben links.


    Bei zwei Decodern muss diese Verbindung für Decoder-Programmierung und -Update getrennt werden. Dafür kann ein 'Jumper' (im Bild) o.ä. genutzt werden.



    Der Jumper ist von unten zugänglich und wird für Programmierung/Update einfach abgezogen, danach sind die Decoder einzeln über die äußeren Drehgestelle erreichbar.



    Zur Verbesserung der Kontaktaufnahme wurden alle Radschleifer mit Kabeln zur Platine geführt (rote Kabel), bei aktuelleren Loks, z.B. Ge 4/4 II, ist das schon werksseitig.


    Die 'restlichen' Arbeiten sind dann nur ein Kampf gegen die Kabel...?(




    Mit dem Decodereinbau wurde gleichzeitig die Stirnbeleuchtung auf LED umgestellt.


    Bei weiteren Fragen gerne melden.


    Viele Grüße

    Sven

    H0m: RhB (+FO), Zeit ca.1985-2003, [Zimo, BiDiB und multiMAUS(pro), RocRail]
    H0: DB (+SBB,+ÖBB), Ep.III-V, Steuerung G+R

  • Hallo zusammen,


    wie hat Tom mal sinngemäß geschrieben: Die beste Nutzung ist in der Vitrine.

    Die Ge 6/6 II ist eine kleine Problemlok und während vielen Loks die neuen 5 Pol-Fahrwerke gut getan haben, wird diese Lok starr und nicht wirklich besser in den Fahreigenschaften. Die 3 Pol-Motoren sind nicht der neueste Stand der Technik, aber anscheinend wohl die beste Antriebsart. Ich habe mich vor 2 Jahren auch mal mit dieser Lok beschäftigt. Die Idee: 3 Poler ausbauen und Antrieb von sb-modellbau einbauen. Dazu dann eine neue Platine, die alles abdeckt: 3-1-Beleuchtung, Führerstandsbeleuchtung, Sound und möglichst wenig Kabel. Das Ende vom Lied: Die Fahreigenschaften mit den Glockenankenmotoren sind leider nicht so wie erhofft. Die Lautstärke war unerträglich (Man mag es bei Maxxon-Motoren gar nicht glauben!) und so flog das Teil in die Ecke, aus der ich es noch nicht wieder herausgeholt habe. Diese Lok ist eine wirklich harte Nuss, bei der ich noch zu keinem perfekten Lösungsansatz gekommen bin. Leider - sie hätte es verdient!


    Grüße, Marco


  • Hi Marco


    ja, es ist wirklich eine "Problem-Lok". Wirklich sehr schade.

    Die würde mir mit Sound sehr gut gefallen.
    Aber eben, es müssten dann auch die Fahr/Laufeigenschaften passen.


    Was würde denn gegen eine Weiterverwendung der 3pol-Motoren sprechen?

    Oder sind die ebenso laut wie die Maxxon...?

  • Hallo Marc,


    nun ja, jeder, der so eine Lok mit 3-Pol-Motoren hat, kennt die Lautstärke. Die sind nicht wahnsinnig laut, aber eigentlich ist ein Glockenankermotor in diversen Eigenschaften einem solchen Motor überlegen. Wenn man die 3-Poler weiter nutzen will, dann muß man es am besten so machen, wie von Sven beschrieben. Jede mögliche Variante hat leider seine Nachteile bei dieser Lok.


    Grüße, Marco

  • Hallo alle


    das ist interessant. Bei mir sind zwei ältere digitalisierte Ge 6/6 II problemlos und entgleisungssicher mit vernünftigem Fahrverhalten im Einsatz: die 704, rot, Davos mit ESU V4 und die 705, rot, Pontresina mit Lenz Silver. Beide habe ich gebraucht erworben und nicht selbst digitalisiert. Aber sie machen mir durchaus Freude.

    Beste Grüsse - Carlo


    Anlage H0m "Rhaetian Flyer" - Proto-Freelance RhB, FO "Vom Oberalp über Albula und Bernina nach Tirano".
    Testanlage und Aufstellbahnhof fertig und betriebsbereit, noch kein Gelände; z.Z. Fahrbetrieb und Planung Etappe 3.

  • Hallo Carlo,


    ja, die alten 3-Poler haben noch das knickbare Gehäuse und eine Stromabnahme am mittleren Drehgestell. Die sind etwas lauter, als das neue 5-Pol-Fahrwerk. Wenn man diese Loks digitalisiert, sollte man jeden Motor mit einem eigenen Decoder betreiben. Mit einem einzigen Decoder ist das auch machbar, aber das sollte dann ein H0-Decoder sein, damit dieser das von den Leistungsdaten auch schafft. Ob der Decoder mit zwei Motoren am Ausgang problemlos läuft, ist evtl. Einstellungssache.

    Das 5-Pol-Fahrwerk knickt nicht mehr und hat dadurch die hier schon häufiger thematisierten schlechteren Fahreigenschaften. Für eine Digitalisierung wird ganz einfach nur ein Decoder in eine passende Schnittstelle eingesteckt. Sound ist in diesem Chassis schwierig einzubauen. Es ist massiver, hat dadurch mehr Gewicht, aber auch weniger Platz an den Seiten.

    Mein Umbau hätte Platz für Sound, ist aber leider sehr laut und fährt nicht wirklich schön.

    Fazit: Für mich existiert aktuell keine Variante, die so schön fährt wie zum Beispiel eine Ge 4/4 III, eine Ge 4/4 II mit dem allerneusten Fahrwerk oder einem 50er-Triebwagen der Berninabahn. Das ist schade, weil es eigentlich eine sehr schön Lok ist.


    Grüße, Marco

  • Würde es denn nicht Sinn machen, wenn man in Eigenregie ein Chassis entwickelt? Potenzial hat es genug in diesem Forum. Man könnte zum Beispiel einen Leistungsfähigen Motor in der einen Lokhälfte und Sounddecoder mit Lautsprecher und bei bedarf einem Kondensator in der anderen Hälfte unterbringen. Die Übertragung des Antriebs könnte man über eine Welle mit Splint zum entfernteren Drehgestell realisieren. So bliebe der Lokkasten Flexibel. Das Ganze als Frästeil und dazu eine vernünftige Elektronik. Und ich glaube es würde günstiger werden als ein Umbaufahrwerk von der Stange.


    Gruß

    Fabian

  • So, mittlerweile ist meine Lok auch digitalisiert. Es brauchte ein wenig Überwindung, die beiden Teile aus der Platine auszubrechen ... verbaut ist nun der MX630 wie schon erwähnt. Um für diesen Decoder Platz zu schaffen musste ein Stück des einen Zusatzgewichts weichen. Die beiden Dreipoler ziehen auf dem Prüfstand schon mal an die 0.7A, womit der von mir sonst gerne verwendete Lokpilot von ESU überfordert wäre. Da ich noch 3+1-Beleuchtung von Gyndler hatte wurde diese auch gerade verbaut. Die Lichtfarbe gefällt mir noch immer nicht, aber 3+1 überzeugt halt schon. Idealerweise verfügt der MX630 über entsprechend verstärkte Funktionsausgänge. Darauf kam zum Schluss der Lokkasten der grünen 702, ist nun eine tolle Lok geworden.


    Die Fahreigenschaften sind ausgezeichnet und fein steuerbar, der MX630 scheint da mit den zwei Motoren bestens klar zu kommen. Das deutlich lautere Fahrgeräusch gegenüber einem Fünfpoler bleibt natürlich ...


    Als mögliche Konstruktion wäre vielleicht ein weiterhin zweigeteiltes (unverzichtbar!) Chassis mit einem Motor in einer Chassishälfte und einer Kraftübertragung mittels Kardanwelle auf die zweite Chassishälfte denkbar. Damit wäre der "Knick" weiterhin möglich.


    Eine Überraschung hielt die Lok dann doch noch für mich bereit: Auf den ersten Testrunden bliebt die Lok auf der ersten Weiche mit Kurzschluss stecken. Es hat sich dann gezeigt, dass die "Bandage" des einen Rades im mittleren Drehgestell vom Rad abgesprungen war. Habe ich so noch nie gesehen. und es kam noch besser, als ich das Rad ausgebaut habe zeigte sich das hier:



    Tatsächlich war das Rad nicht rund und die Bandage fiel gleich weg. Wie sowas möglich ist? Keine Ahnung. Es ist mir denn gelungen, die brünierte Bandage auf ein Ersatzrad aufzuziehen - ist gar nicht so einfach, denn die Bandage sitzt sehr, sehr straff auf dem Rad.


    Morgen werde ich noch etwas an der Lastregelung tüfteln, da scheint mir noch etwas Luft nach oben zu sein. Möglicherweise lässt sich damit auch das Fahrverhalten noch etwas "verfeinern".


    Gruss, Stefan

  • Tatsächlich war das Rad nicht rund und die Bandage fiel gleich weg. Wie sowas möglich ist? Keine Ahnung. Es ist mir denn gelungen, die brünierte Bandage auf ein Ersatzrad aufzuziehen - ist gar nicht so einfach, denn die Bandage sitzt sehr, sehr straff auf dem Rad.

    Dies passiert bei einem Kurzschluss, wenn die Zentrale / der Trafo keine Kurzschlussabschaltung hat. Wenn das Rad nun z.B. auf einer polarisierten, falsch stehenden Weiche steht, erwärmt sich das Rad und der Kunststoff der Speichen schmilzt bzw. verformt sich.


    Ein Decoder und zwei Motoren:

    Wichtig ist, dass der Decoder genug Strom (Leistung) am Motorausgang liefert, sprich ein H0 Decoder ist unumgänglich. Die heutigen Decoder kommen mit zwei Motoren relativ gut zu recht, im H0 Bereich gibt es im Bereich CH Modelle einige solche Beispiele:

    - HAG Ae 8/8

    - Roco Ae 8/8

    - Roco Ae 8/14

    - Märklin / Trix Ae 8/14

    - Liliput FLIRT / RV Dosto / Domino


    Gäbe noch weitere Beispiele, aber alle haben eines gemeinsam, nämlich zwei Motoren welche mit einem Decoder angesteuert werden.


    Bezüglich Laufeigenschaften gebe ich Marco recht, eine optimale Lösung gibt es nicht, ich habe bei mir sowohl 3-Pol mit Faulhaber-Motor, wie auch die originale 3-Pol Lok mit der neueren 5-Pol Lok verglichen und für mich ist nach wie vor die optimalste Lösung die Platine zu trennen und das mittlere Drehgestell mittels einer Stromabnahme zu versehen, so läuft die Lok ganz ordendlich.

    Bahnsinnige Grüsse aus dem schönen Kanton Schwyz
    Michel

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  • Nun, die Fahreigenschaften der Lok mit einem Decoder und zwei Motoren ist für mich soweit ok, der MX630 bietet ausreichend Leistung bei kleinen Abmessungen. Somit für mich der Idealdecoder für diese Lok. Dass zwei Motoren von einem einzigen Decoder angesteuert werden kenne ich von der Spurweite IIm seit 20 Jahren nicht anders, nur ganz zu Beginn wurde hier ebenfalls mit zwei Decodern gewerkelt.


    Meine Optimierungsversuche über den Decoder (CV9, CV56-58) haben nichts Zählbares gebracht. Nun ja, die Messlatte bezüglich feiner und geräuscharmen Fahreigenschaften liegt mittlerweile ja auch recht hoch. Wenn man die Ge 6/6 II daran misst dann verliert sie deutlich. Bleibt wohl nur eine allfällige Neukonstruktion von Bemo abzuwarten.

  • Grüß euch,

    Der MX630 ist ja relativ groß und ich weiß nicht so recht, wie die Motorregelung auf zwei direkt angesteuerte Motoren reagiert. Vielleicht gibt es hier ja Erfahrungen damit. Wenn man zwei Decoder nimmt, dann sollte man in jedem Falle bei einem Railcom, etc. abschalten und beide auf der identischen Adresse betreiben. Sonst gibt es sicher eine Menge Probleme auf dem Gleis, wenn man das nutzt

    alle meine 3-Pol Ge 6/6 II fahren mit einem MX630, die Ansteuerung der beiden Motoren erfolgt einwandfrei ohne Nacharbeiten am Decoder, wobei ich mir sicher bin, ein mit der Materie wie du Geübter könnte da noch etliches aus dem Decoder herauskitzeln ... mir fehlt die Zeit bzw. sind es mir mittlerweile zuviele Lokomotiven :-)

    LG

  • Meine Ge 6/6 II ist die am Besten fahrende Lok auf meiner Anlage. Vor Jahren baute ich sie um: beide 3-Pol Motoren im Rundordner entsorgt, neue Maxons mit Schwungmasse von Sb-Modellbau reingeklebt (braucht etwas Fräsarbeiten ist aber Null Problemo), Zimodecoder rein und fertig. Meine Lok läuft seit Jahren so absolut top!

    Hallo Theo,


    das ist so. Mit dem SB-Umbausatz werden die Fahreigenschaften um einiges besser. Habe auch eine Lok so umgebaut. Allerdings mit noch dickeren Faulhabern 15mm oder so, der alte Umbausatz. Ist etwas über motorisiert.


    Nur stört mich das singende, sägende Geräusch, was die Zwischengetriebestufe macht. Von daher habe ich bei einer anderen Lok mal versucht, diese Getriebestufe wegzulassen. Mit 10mm Motoren geht das. Oder bis 12mm, aber dann kürzer, damit es in der Mitte keine Probleme mit der Drehgestellaufhängung gibt.


    Die Lok ist dann wirklich wirklich leise.


    Gruß

    Jean-Michel