Viel Betrieb auf wenig Fläche (Vorsicht: kein Schweizer Thema ...)

  • Hallo zusammen,


    im Folgenden möchte ich Euch meine (sehr) kleine Spur N-Bahn ein wenig vorstellen.
    Vom Thema paßt sie natürlich nicht so wirklich in dieses Forum. Warum stelle ich sie trotzdem vor?
    - weil sie zeigt, wie man auch auf wenig Fläche viel Betrieb machen kann (und damit Spaß hat :] )
    - weil es zumindest eine verschwindent geringe Minderheit in diesem Forum gibt, die in Spur N nach nicht Schweizer Vorbild baut ;) .
    - weil das letzte Bild zumindest etwas Schweiz enthält ... :D


    Vorgeschichte:


    Spiel/Modelleisenbahner bin ich eigentlich seit mehr als 30 Jahren.
    Die ersten 10 Jahre mit Märklin, danach bin ich auf Spur N umgestiegen.
    Erst hatte ich keinen Platz, und plante deshalb kleine Anlagen in Spur N, ohne aber irgend etwas wirklich fertig zu bekommen.
    Dann, Jahre später, hatte ich auf einmal Platz, aber spätestens nach der Geburt unseres zweiten Kindes wurde mir klar, dass ich wohl keine Zeit mehr für große Projekte haben würde ....
    ... und so kam es, dass ich in einem 30m² Keller anfing, an einem 1,9m x 0,75m großen Eisenbahngrundgestell weiter zu basteln, den ich Jahre zuvor einmal für eine kleine Mietwohnung gebaut hatte ...


    Vorbildmotiv:


    Gibt es nicht wirklich. Angelehnt habe ich das Thema an die Kursbuchstrecke 532 die Wabern mit Brilon verbindet. Miba-Lesern wird vielleicht Bad Wildungen bekannt sein (wurde schon einmal in einem Miba-Spezial vorgestellt). Interessant ist, das Bad Wildungen betrieblich einen Spitzkehre darstellt ... für reichlich Betrieb ist also gesorgt. Um noch mehr Betrieb zu erhalten, habe ich zusätzlich noch eine Stichbahn nach Bad Frenkenau erfunden.
    Wobei die Verzweigung auf die 3 Strecken imaginär im nicht sichtbaren Bereich stattfindet ...



    Hier eine schematische Darstellung des Gleisplans:


    Ein Schienenbus fährt aus Wabern kommend in Wildberg/Wegatal ein.





    Nach kurzem Aufenthalt verläßt der Schienenbus Wildberg/Wegatal und passiert hier die Ladestraße ...


    ... um wenig später in Bad Wildberg einzufahren...






    Ein kleines BahnBetriebsWerk ist auch vorhanden...




    ... und hier wie versprochen ein Bild mit Schweizer Inhalt ... erworben vor ziemlich genau 20 Jahren bei einem Modellbahnhändler in Thun ... damals konnte ich mich noch erfolgreich gegen H0m wehren :rolleyes: .



    - Fortsetzung folgt - (falls gewünscht)



    Grüße
    Volker

  • Hallo Volker


    Vielen Dank für den ausführlichen Bericht Deiner Anlage. Kein Problem, wenn es kein Schweizer Thema ist :)
    Fühle mich gleich ein wenig zurückerinnert an die guten alten N Zeiten.
    Wenn ein Tipp erlaubt ist, mische etwas unterschiedliche Grüntöne bei der Begrasung hinzu (Faller hat verschiedene kurze Grasfasertöne).
    Ich finde die Anlagengestaltung ansonsten sehr sauber und super gelungen.


    Ich würde mich freuen, mehr von dieser Anlage zu sehen.


    Beste Grüsse


    Tom

  • Hallo Volker,


    Ich mag solche Kleinanlagen, und seh mal den Gleisplan: da kann Vorbildlichen Betrieb gemacht werden.
    E ist schon weit fortgeschritten, vielleicht gibt's später mal weitere Bilder?


    Grüsse, Michiel

    Filisur 2.0 - St.Moritz und weiter nach Alp Grüm / H0m-Doppelstock-Segmentanlage /Selbstbauweichen/ Peco-Gleis / DCC /Xpressnet

  • Hallo Volker


    wäre wirklich schade gewesen, wenn du uns diese schöne Arbeit vorenthalten hättest! Ich bin wohl kaum der einzige, der gelegentlich auch Modellbahnhefte über Anlagen ohne Bezug zur RhB oder Schweiz kauft oder zumindest durchblättert. Oder auch die tolle Thüringen-Anlage von Thias ist im Forum auf grosses Interesse gestossen.


    Also nur her mit der Fortsetzung.


    Gruss, Bernie

  • Hallo,


    Danke für Eure Anmerkungen!


    @ Tom: mit dem Grün hast Du schon recht. Ich hatte zwar schon verschiedene Grüntöne gemischt (verwendet wurden verschiedene Farbtöne von Noch und Heki), aber so richtig zufrieden bin ich mit dem Ergebnis nicht. Da werd´ ich wohl noch etwas üben müssen. Aber der nächste Versuch findet dann wieder in H0m statt ...


    @ Michiel: viel vorbildlicher Betrieb war auch das Ziel der Anlage, wobei die Zuglängen natürlich nicht vorbildgerecht sein können.


    Vom Betriebskonzept der Anlage gibt es demnächst dann etwas mehr ...


    Grüße
    Volker

  • Hallo,


    im folgenden möchte ich ein paar Worte über das Betriebskonzept der (sehr) kleinen Anlage verlieren.


    im Laufe meiner "Modellbahnerkarriere" bin ich irgendwann über die Zeitschrift "Bahn und Modell" (vor vielen Jahren leider bereits wieder eingestellt) gestolpert. Die Art, in der Michael Meinhold (der ja leider Anfang diesen Jahres gestorben ist) mit einem Augenzwinkern den vorbildnahen Bahnverkehr vermittelte, hatte mich damals ungemein angesprochen. Also sollte auch auf meiner Anlage ein vorbildähnlicher Zugverkehr stattfinden.


    Dafür brauchte ich als erstes eine angenommene "Vorbildsituation" "meiner" Strecke. Hier noch einmal "abgewickelt":



    Angenommene Betriebssituation:


    Bhf.Wildberg ist Spitzkehrenbahnhof der KBS 532.
    Personenzüge der Streckenteile Wabern-Wildberg und Brilon-Wildberg beginnen und enden hier, ebenso die Nahgüterzüge der Streckenteile. Zusätzlich wird die Stichbahn nach Bad-Frenkenau bedient. Selten gibt es durchgehende Personenzüge und Güterzüge.
    Zeitlich befinden wir uns irgendwo in der Zeit um 1965 (warum wohl:] ) +/- ca. 5 Jahre.


    Als erstes wurde ein Bildfahrplan geschrieben. Dieser orientiert sich an dem Vorbildfahrplan der Strecke Wabern - Bad.Wildungen - Brilon(Wald), aufgepeppt um einige zusätzliche Züge.



    Für jeden Personenzug des Bildfahrplans gibt es einen Zugbildungsplan, hier ein Beispiel:



    Für die Güterzüge gibts es entsprechend die Zugbildungsvorschriften:



    Wer einmal in einem viel zu kleinen Bahnhof einen Güterzug, der falsch zusammen gestellt war, zerlegt hat, lernt Zugbildungsvorschriften schätzen ... :]


    Damit die Güterzüge richtig Spaß machen, habe ich das FREMO Wagenkarten/Frachtzettelsystem für meine Anlage adaptiert:



    Persönlicher Erfahrung: es macht auch alleine auf einer kleinen Anlage tierisch Spaß, die Güterwagen an die richtigen Ladestellen zu rangieren, leere Wagen heranzuschaffen, und die beladenen wieder den richtigen Nahgüterzügen zuzuordnen ... :D


    So, gleich werde ich noch ein paar Bilder einstellen. Jetzt erst einmal schnell abspeichern, ...


    Grüße
    Volker

  • so, weiter gehts ...


    Da die Anlage ja nicht besonders groß ist, werden sich die Motive zwangsläufig wiederholen, nur die Züge ändern sich ... ;)


    Im Bahnhof Wegatal überholt Ptb 2111 aus Brilon (ETA 150) den PtoB 3310 (Schienenbus) aus Bad-Frenkenau ...


    ... der Schienenbus muß auch noch auf den Pb1180 aus Wabern warten ...


    Huch, eine E-Lok ... stimmt ... also wenn ich ganz genau hinschaue, dann sehe ich eine Oberleitung auf der Strecke Wabern-Wildberg :].
    (Hintergrund: die E 41 ist eine meiner absoluten Lieblingsloks ... sie fuhr bis zu ihrer Außerdienststellung ständig durch meine Heimatregion ... und stellt euch doch diese Lok einmal in Rot und mit einem Lüftungsgitter weniger vor, die Spurweite (im Original) vielleicht etwas reduziert ... dann wißt ihr auch, welche RhB-Lok es mir zuerst am meisten angetan hatte ... ;) ...(könnte ich auch in der Rubrik "Rätsel einstellen ...))


    PtB 2111 hat inzwischen Wildberg erreicht.


    Kurz danach folgen auch PB 1180 und Ptob 3310.



    Und da kommt auch schon der erste Nahgüterzug:





    Ausfahrender Triebwagen nach Brilon...



    Hier noch eine Totale mit ausgeschobenem Schattenbahnhof:


    (Platz für 11 Züge)



    Und hier eine Totale, die die geschwungene Gleisführung zeigt:




    Mein Fazit: wenig Fläche, trotzdem viel Betrieb und viel Spaß :D :D ... also kein Platz ist keine Ausrede!


    Grüße
    Volker


    P.S.: fertig wird die Anlage aber wohl nicht mehr ... jetzt muß ich ja RhB bauen 8) 8)

  • Hallo Volker.


    Ich bin ja wirklich begeistert: so einen schnuckeligen kleinen Anlage, sehr schön ausgestaltet, nicht überladen und mit einem am Vorbild angelehtes Betriebskonzept, Reisezugumläufe, Wagenkarten......
    :respekt:


    Grüsse, Michiel.

    Filisur 2.0 - St.Moritz und weiter nach Alp Grüm / H0m-Doppelstock-Segmentanlage /Selbstbauweichen/ Peco-Gleis / DCC /Xpressnet

  • Hallo Volker


    Zitat

    im Folgenden möchte ich Euch meine (sehr) kleine Spur N-Bahn ein wenig vorstellen.
    Vom Thema paßt sie natürlich nicht so wirklich in dieses Forum. Warum stelle ich sie trotzdem vor?
    - weil sie zeigt, wie man auch auf wenig Fläche viel Betrieb machen kann (und damit Spaß hat :] )
    - weil es zumindest eine verschwindent geringe Minderheit in diesem Forum gibt, die in Spur N nach nicht Schweizer Vorbild baut ;) .
    - weil das letzte Bild zumindest etwas Schweiz enthält ... :D


    ... danke für den sehr interessanten Bericht Deiner Anlage und des Konzeptes, welches dahintersteckt - so kann man wirklich mit bescheidenen Platzverhältnissen einen abwechslungsreichen Betrieb gestalten. Bin gespannt auf die Fortsetzung - gibt es eine?

    Gruss
    Giorgio


    i5 QuadCore 4GB RAM / WIN7 64Bit / TC9.0B2 Gold / 2L-DCC / SpurN
    2x IB II / 2x IB I als IB-Control / DR5000 / LocoNet+s88 / Qdecoder / LDT / WA5 / WDECN-TN

  • Zitat

    Original von respace99
    Bin gespannt auf die Fortsetzung - gibt es eine?


    ... nur noch eine kleine, ist halt nur eine kleine Anlage ;).


    Hier noch einen kleinen "Bildnachschlag" aus dem BW:





    Und noch ein bischen etwas aus der Erfahrungskiste:


    Gleisführung und Gleismaterial:


    - Peco Code 55 im sichtbaren Bereich.


    - nach Möglichkeit fast alle Gleise im leichten Bogen verlegt und nicht parallel zur Anlagenkante
    => gefälliger, flüssiger Gleisverlauf (im Rahmen des Möglichen)


    - trotz der kleinen Abmessungen der Anlage wurden für alle Hauptgleise die schlanken Peco-Weichen verwendet


    - die engen Radien (min. Radius 220 mm) wurden alle überbaut. Vor den engen Radien liegen grundsätzlich Übergangsbögen. => Betriebssicher selbst bei Wendezügen mit 5 geschobenen Personenwagen.


    - im verdeckten Bereich liegt altes Arnold Gleismaterial ... da sieht man es nicht ... ;)



    Low-Budget Bahn:


    Es geht auch mit "kleinerem" finanziellen Einsatz, wenn man die Ansprüche an den entsprechenden Stellen etwas herunterschraubt:


    - da ich alle Weichen bequem sitzend erreichen kann, gibt es keine Weichenantriebe ...


    - die Weichen im Schattenbahnhof wurde durch die Schiebebühne ersetzt.
    => mehr Gleislänge und weniger Kosten.



    Wie wäre es weiter gegangen, wenn mich die RhB nicht infiziert hätte:mauer::) :


    - Signale! Das die noch fehlen stört mich am meisten.


    - weiter detaillieren! Da ginge noch sehr viel (auch wenn ich kaum die Autos mit Außenspiegeln versehen könnte...)


    - die Landschaft überarbeiten! (das Grün hatte Tom ja schon angesprochen)


    - ach ja ... es gibt diverse Pläne, wie aus diesem Kopfbahnhof ein Durchgangsbahnhof werden könnte ... :D



    So noch einmal mein Fazit:


    - kein Platz als Ausrede gilt nicht


    - Vorbildähnlicher Betrieb macht Spaß und schützt vor Langeweile



    So, dass war´s jetzt ´mal von dieser Stelle ... jetzt wird der Urlaub vorbereitet.
    Sollte dies mein letzter Beitrag im Forum gewesen sein, dann war das Wetter in Graubünden schuld und meine Frau hat ihre Drohung wahr gemacht ...


    Grüße
    Volker ... der seinen Geburtstag dieses Jahr in St.Moritz feiern darf :D:D:D

  • ... wie ist's denn um die "Kleinstanlage" bestellt? Hast du deine weiteren Vorhaben erfüllen können?


    Ich bin auf der Suche nach Ideen heute Nacht wieder einmal über deinen Baubericht gestossen. 1.95m x 0.75m ist die Fläche? Hm... . Wenn ich da meine ebenso geringen Platzverhältnisse betrachte - 75cm habe ich exakt auch zur Verfügung, in der Breite sogar ein bisschen mehr, knapp drei Meter.


    Hast du für die sichtbaren Gleisbögen Flexgleise oder fixe Radien verwendet?


    Gruess
    Kosta

  • ... wie ist's denn um die "Kleinstanlage" bestellt?
    Kosta


    Hallo Kosta,


    die Kleinstanlage spielt zur Zeit eine tragende Rolle in meinem Leben, ... sie trägt meine Behelfsabstellbahnhof... :D :D


    Weiter geht´s da erst einmal nicht. Meine Zeit reicht ja noch nicht einmal für die RhB :( .
    Aber die Anlage ist mir so ans Herz gewachsen, dass sie reale Überlebenschancen hat.



    Hast du für die sichtbaren Gleisbögen Flexgleise oder fixe Radien verwendet?


    Fixe Radien nur im unsichtbaren Bereich. Altes Arnold-Material, minimal R 220, aber immer mit einem R 430 als Übergangsbogen davor.
    In dieser Kombination kann man auch 5 lange Wagen schieben!


    Im sichtbaren Bereich nur Peco Flexgleise Code 55. (Mit ca. den gleichen Radien wie oben genannt)


    Bei 3 m x 0,75m kann man schon einiges schaffen ... da bin ich ja gespannt. Viel Spaß beim Ideen sammeln!


    Grüße
    Volker